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Der Prignitzer

08. Dezember 2016 | 03:05 Uhr

Wir in Krampfer : Die grüne Politik zurückgewinnen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Alfred Willamowitz, Gut Krampfer, wünscht sich andere Ansätze für Landwirte

120 Hektar Ackerfläche hat Alfred Willamowitz im Gut Krampfer unter dem Pflug. Vorrangig betreibt das Landwirtschaftsunternehmen Ackerbau. Weil Willamowitz Mitgesellschafter der Biogasanlage in Wolfshagen ist, baut auch er auf einem Teil seiner Flächen Rüben, Gras und Mais an, was für die Biogasanlage bestimmt ist. „Dadurch, dass wir einige Gesellschafter in der Biogasanlage haben, können wir insgesamt auf rund 18 000 Hektar Fläche zurückgreifen. Jeder Gesellschafter bringt etwa zehn Prozent seiner Flächen und Erträge für die Anlage ein, und das ist ein vernünftiges Verhältnis“, sagt Willamowitz.

Mit fünf Beschäftigten führt er den Betrieb und ist im Moment ganz froh darüber, keine Tiere im Unternehmen zu halten. „Die Situation für die Landwirtschaft in Deutschland ist derzeit einfach nur schlimm, anders kann man das nicht ausdrücken. Zum einen sind die Preise im Keller, nicht nur für Fleisch und Milch, auch für die Ackerfrüchte oder das Getreide. Zum anderen gibt es eine dermaßen übertriebene Regelungswut von Seiten der EU, dass wir das kaum noch erfüllen können“, so der Landwirt. Zum Beispiel könne er nicht verstehen, warum die Landwirte ihre Domäne, den Naturschutz, freiwillig und ohne Not aufgegeben hätten.

„Die Landwirte bearbeiten 98 Prozent der Flächen. Wir sind doch die Fachleute, wenn es um Naturschutz geht, um Feldrainhecken, Ackerstreifen, Brachland und andere Dinge. Wenn ich auf eingetragenem Ackerland Gras einsäe und daraus Grünland mache, muss ich das nach einigen Jahren wieder schwarz machen, also umpflügen, weil das Ackerland sonst seinen Status verliert und zu Grünland umgewidmet wird und dann immer Grünland bleiben muss. Das ist doch Irrsinn und aus Naturschutzsicht völliger Unfug“, macht Willamowitz deutlich.

In den nächsten Jahren müssten die Landwirte die „grüne Politik auf der Fläche zurückgewinnen“, so Willamowitz. Auch der Versuch, Nutzholz in Plantagen anzubauen ist nicht wirklich lukrativ. „Solange der Ölpreis, wie jetzt, im Keller ist und Holzpelletheizungen eher die Ausnahmen sind, kann man auch damit nicht wirklich Geld verdienen. Alternative Energien könnten für uns Landwirte ein echt großes Thema sein,, wenn die Politik mit ihrem Energieeinspeisegesetz und den dort festgeschriebenen Regelungen für die nächsten 20 Jahre nicht die Weiterentwicklungen fast unmöglich gemacht hätte“.

Holzpellets, Briketts aus nachwachsenden Rohstoffen, Biogas und Windenergie könnten ganze Ortschaften extrem günstig mit Energie versorgen, das sei politisch aber nicht gewollt. Politik werde weiterhin nur für die großen Energiekonzerne gemacht. Auch das habe aber alles mit Landwirtschaft zu tun, denn die künftigen und erneuerbaren Energien könnten für die Branche neue Einnahmequellen erschließen.

 

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