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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 03:23 Uhr

Apfelmarkt : Der Herzvaterapfel kommt zurück

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Andreas Madaus auf dem Weg zum ewigen Apfelkuchenkönig – Alte Sorten finden wieder den Weg in die Region

Die Namen der gestern beim 9. Apfelmarkt in Wittenberge angebotenen Sorten könnte sich höchstens Apfelmann Jürgen Sinnecker merken. Der Zehdenicker hatte Früchte von 51 alten Sorten auf einem langen Tisch ausgebreitet. Weitere standen noch darunter.

In die Hand nehmen, riechen und schmecken – alles war bei der kleinen Ausstellung der alten Sorten möglich. Viele wie der Grüne Fürstenapfel sind heute selten, andere wie der einst in der Prignitz weit verbreitete Herzvaterapfel hat Jürgen Sinnecker auf seinen Streuobstwiesen mit vor dem Aussterben bewahrt und will ihn zurück in die alte Heimat bringen.

Die Vielfalt der Geschmacksrichtungen fasziniert den Apfelmann“, etwas davon will er an Naturfreunde und Kleingärtner weitergeben, hilft auch bei der Sortenbestimmung. „Dieses Fachwissen nutzen wir gern, um alte Apfelsorten in der Prignitz zu erhalten“, erläuterte Torsten Hennig vom Förderverein des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. „Sie bekannt zu machen, ist eine Voraussetzung dafür.

Bei den vergangenen Apfelmärkten haben wir jeweils 400 bis 500 Bäumchen alter Sorten an Nutzer aus der Region vermittelt. Wir hoffen in diesem Jahr wieder auf ein ähnliches Ergebnis.“

Der Förderverein hatte auch eine kleine eigene Ausstellung alter Sorten vorbereitet. „Einige Besucher haben an unseren Stand herausgefunden, dass sie Bäume seltener alter Sorten besitzen. Andere haben sich daran erinnert, dass es solche Äpfel bei den Eltern oder Großeltern gab“, erzählte Silvia Last.

Wie schmackhaft die Früchte sein können, zeigte Andreas Madaus. Er wurde unter dem Beifall begeisterter Verkoster zum dritten Mal in Folge zum Apfelkuchenkönig gekrönt. „Das Rezept für den Apfel-Quark-Kuchen habe ich mir einmal ausgeschnitten“, verriet er. Es besonderes Geheimnis gebe es nicht, so d der passionierte Bäcker. 2017 will er wieder antreten, „wenn ich darf“, meint er. Vielleicht heißt der Wettbewerb dann schon „Schlagt den Madaus“, wie gerüchtehalber auf dem Platz vor dem Kulturhaus zu hören war.

„Viele alte Apfelsorten, die wieder in der Prignitz angebaut werden, haben tolle und ganz verschiedene Geschmacksrichtungen, fast wie Wein“, schwärmte Almut Joswig von der mobilen Mosterei Apfelkönig. „Einige haben wir heute für Kleingärtner verarbeitet, die diesjährige Ernte ist gut.“

Gesucht wurde gestern auch der kleinste und der größte Apfel. Der Gewinner durfte sich über einen Apfelbaum freuen. Auch die Geschäfte der Innenstadt beteiligten sich. Es gab eine Apfelralley. Wer in den Läden alle Buchstaben und damit das Lösungswort fand, konnte einen WIR-Gutschein in Höhe von 50 Euro gewinnen.

 

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erstellt am 10.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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