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Der Prignitzer

28. August 2016 | 22:45 Uhr

Umweltschützer protestieren : Der A 14 droht neue Klage

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

BUND beanstandet Pläne zwischen Osterburg und Seehausen / Termin in Wittenberge abgesagt

Trotz jüngster Erfolgsmeldungen zu Baufortschritten an der Autobahn 14 geben Umweltschützer nicht auf. Sie fechten weiter die Pläne für die Verlängerung der Trasse von Magdeburg nach Schwerin an. In der vergangenen Woche habe man eine Stellungnahme zum Bau des Abschnitts von Osterburg nach Seehausen in der Altmark abgegeben, sagte BUND-Geschäftsführer, Oliver Wendenkampf.

Dabei gehe es etwa um den Schutz der Fischotter, eine unzureichende Prüfung von alternativen Trassen durch die Behörden und einen zu großen Querschnitt der Straße. Gestern Abend wollte der Verband Anwohnern in Seehausen seine Bedenken vorstellen und Fragen beantworten. Die 155 Kilometer lange Trasse von Magdeburg bis Schwerin soll 2020 fertig sein, ein erstes Teilstück wurde eröffnet.

Die fieberhafte Suche nach einer Trassenführung von Wittenberge bis Karstädt hält an. Bis Jahresende wollte die ministerielle Arbeitsgemeinschaft Ergebnisse vorstellen. Dazu kommt es nicht mehr. Wittenberges Bauamtsleiter Martin Hahn bestätigte gestern, dass bis jetzt kein konkreter Termin benannt wurde. Die Kartierung von schützenswerten Vögeln wird sich mindestens bis ins Frühjahr 2015 hineinziehen.

Unterschiedlich schnelle kommen die weiteren Abschnitte in Sachsen-Anhalt voran. Im Süden beginnt die Strecke etwas nördlich der A2 bis zur Anschlussstelle in Wolmirstedt. Eine erste Anhörung fand bereits 2011 statt, die Pläne wurden dann aber teils verworfen. Eine neue Einwendungsfrist endete am 4. November. Das Land will das Genehmigungsverfahren laut Verkehrsministerium 2015 abschließen.

Seit wenigen Wochen fertiggestellt ist das folgende sechs Kilometer lange Teilstück bis zur Anschlussstelle Colbitz. Er soll zunächst als Ortsumfahrung , aber Viele Lastwagenfahrer nutzen sehr zum Ärger der Anwohner weiter die Bundesstraße.

Colbitz-Dolle: Das Bundesverwaltungsgericht stufte die Planung für diesen Abschnitt am 8. Januar 2014 als fehlerhaft ein. Das zuständige Landesverwaltungsamt habe aber die Möglichkeit, in einem ergänzenden Verfahren die Mängel zu beseitigen. Geklagt hatte der BUND. Das Verkehrsministerium in Magdeburg erklärte daraufhin, mit der Fertigstellung des Abschnitts bis Stendal sei nun erst bis 2018 zu rechnen, zuvor war 2017 geplant gewesen.

Auch auf den nächsten Kilometern bis Lüderitz tut sich vorerst nichts. BUND sowie ein Landwirt und ein Waldbesitzer haben Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Laut Verkehrsministerium wird das Verfahren vom Gericht zunächst aber nicht bearbeitet. Hintergrund ist, dass zunächst der Streit um den Abschnitt Colbitz-Dolle beendet werden soll.

Nach umfangreichen Neuplanungen für Lüderitz bis Uenglingen fand im Oktober eine neue Erörterung statt. Baubeginn offen. Weiter sind die Planer für den Bereich Osterburg bis Seehausen. Das Planfeststellungsverfahren wurde im September eingeleitet, am vergangenen Freitag lief die Frist für die Abgabe von Einwendungen aus. Hierzu hat der BUND seine Stellungnahme eingereicht. Eine weitere Klage wäre möglich.

Der letzte Abschnitt reicht von Seehausen bis zur Landesgrenze . Das Planfeststellungsverfahren wurde Anfang 2010 eingeleitet. Es folgten Änderungen - unter anderem neue Ersatzmaßnahmen für den Wachtelkönig oder die Breite von Radwegen.

Die Einwendungsfrist lief im Oktober aus. Das Genehmigungsverfahren soll 2015 abgeschlossen werden. Für die dann folgende Elbbrücke erwartet das Potsdamer Verkehrsministerium im nächsten Jahr den Planfeststellungsbeschluss.


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erstellt am 26.Nov.2014 | 08:00 Uhr

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