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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 16:43 Uhr

Hochwasserschutz: Proben für den Ernstfall : Deichläufer haben alles im Blick

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gemeinde Rühstädt setzte Ausbildung mit einem praktischen Teil fort und stieß auf eine gute Resonanz

Die Gemeinde Rühstädt ist im Falle eines Elbhochwassers gut gerüstet. Mit der Sanierung der Straße zwischen Sandkrug und Bälow wird der letzte Deichabschnitt fertig. Auch was die Deichläufer betrifft, sind die kleinen Dörfer besser aufgestellt, als es die weitläufige Meinung vermuten lässt: „Gut 60 Deichläufer stehen uns zur Verfügung“, sagt Ordnungsamtsleiter Gerald Neu.

Die Listen mit Namen und Anschriften seien aktuell und viele der Deichläufer haben gerade erst eine Schulung absolviert. Am Sonnabend mussten sich 25 Teilnehmer mit Schadensszenarien auseinander setzen: Treibgut, Wasser- und Kiesaustritt, Überströmen des Deiches sowie Risse waren auf Bildern dargestellt. „Was ist ein akuter Notfall, was davon eher harmlos und was muss dem Wachlokal gemeldet werden“, fasst Neu die Aufgaben zusammen.

„So schwer war es wirklich nicht und wir waren heute ja mit alten Hasen unterwegs“, meint René Ehmke. Zusammen mit Lorenz Warnke nahm er an der Ausbildung teil. Beim jüngsten Hochwasser 2013 waren sie noch nicht im Einsatz gewesen. „Damals füllten wir Sandsäcke“, sagen sie. Künftig wollen sie aber auch als Deichläufer arbeiten. „Wir wohnen direkt an der Elbe“, begründen sie ihr Engagement.

So wie sie hätten viele junge Erwachsene an der Schulung teilgenommen. Manche von ihnen seien nicht Mitglied einer Feuerwehr. „In diesem Fall ist das gut, denn die Kameraden benötigen wir beim Hochwasser für andere Aufgaben“, so Neu. Ziel der Ausbildung war es, neue Deichläufer zu gewinnen. Neben den möglichen Schäden mussten die Teilnehmer am Sonnabend mit dem Digitalfunk arbeiten. Für die Feuerwehren mittlerweile Standard, für Zivilisten eher unbekannt.

„Manche scheuen sich, das Gerät zu bedienen, diese Angst wollten wir ihnen heute nehmen“, sagt Andreas Rohloff, der zusammen mit Kollegen des Sachbereiches Katastrophenschutz die Ausbildung begleitet hatte.

Simpel zu bedienen seien die Funkgeräte. „Knopf drücken und man ist direkt mit dem Wachlokal verbunden“, sagt Rohloff. Natürlich könnten die Geräte viel mehr, aber in diesem Fall sei das ausreichend und entsprechend schnell setzten die Teilnehmer fehlerfreie Funksprüche ab. Bereits Mitte Oktober fanden theoretische Schulungen statt. Nicht nur in Rühstädt, sondern auch im Amt Lenzen-Elbtalaue, durch das 40 Deichkilometer verlaufen. 30 Teilnehmer zählte Andy Pawels von der Amtsverwaltung.

Insgesamt gibt es in der Prignitz rund 138 Kilometer Deich, Polderflächen, Rückstau und Nebenflüsse, davon etwa 77 Kilometer Elbdeich.

 

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erstellt am 21.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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