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Der Prignitzer

03. Dezember 2016 | 07:40 Uhr

Arbeiten für Hochwasserschutz : Deichbau in Bälow liegt im Plan

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Arbeiten konzentrieren sich derzeit auf der Landseite / Pläne für aktuellen Hochwasserschutz liegen bereit

Die Deichbauarbeiten kommen gut voran. „Nach den ersten fünf Wochen können wir von einem guten Baufortschritt sprechen“, erklärt Rainer Fritze vom Pöyry-Planungsbüro in Perleberg auf „Prignitzer“-Anfrage.

Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf der Landseite des Deichs. „Im Moment werden die Stützkörper und der Filterkies in den Deichfuß eingebaut“, so Fritze. Die Anwohner könnten das registrieren, weil viele mit Kies beladene Lkw die Baustelle anfahren. „Das brummt ganz schön“, meint Fritze. Den sogenannten Landbau wolle man noch schaffen, bevor der Winter einzieht. Mit der Wasserseite soll im kommenden Jahr begonnen werden. „Aber das hängt vom Baufortschritt auf der Landseite und dem Wetter ab“, so Fritze. Vor dem Frost und dem Schnee planen die Verantwortlichen auf der Wasserseite aber eine Maßnahme: „Der Fußbereich des Deiches auf der Wasserseite soll weiter in den Untergrund gezogen werden. Das verlängert im Falle eines Hochwassers den Sickerweg.“ Das Wasser würde im Ernstfall deutlich tiefer unter dem Deich ablaufen. „Das Qualmwasser lässt sich nicht verhindern, aber wir können den Weg für das Sickerwasser verlängern.“ Folge: Das Wasser würde dann auf der Landseite sicherer aus dem Boden austreten. „Bei dem letzten Hochwasser entstanden Aufwölbungen des Bodens. Das wollen wir künftig vermeiden“, so Rainer Fritze. Der Ernstfall kann immer eintreten. Deswegen wurde auch für die Zeit der Deichsanierung ein Hochwasserschutzkonzept entwickelt. „Weil durch die Baustelle schon schweres Gerät vor Ort ist, wäre es leichter, den Deich im Notfall aufzuschütten. Das ist auch mit der Unteren Wasserbehörde abgesprochen. Außerdem würden Folien die wasserseitige Böschung vor einer Ausspülung schützen“, so Fritze.

Etwa zwei Millionen Euro soll das Projekt kosten. Der Deich wird breiter und im Mittel etwa einen Meter höher als bisher. Dass er an dieser Stelle verstärkt und modernisiert werden muss, ist klar. Mehr als einmal hatte sich die Hochwassersituation an diesem Abschnitt zugespitzt. 2006 verteidigten Einsatzkräfte schon im Wasser stehend bei einem Sturm diesen Deich. 2013 war Kreativität gefragt. Auf Anregung des damaligen Landrates Hans Lange kamen erstmals Strohballen für die Deichsicherung zum Einsatz.

Der Deichbau liegt in Verantwortung des Landesamtes für Umwelt und soll direkt in den zweiten Teil – die Kreisstraße mit Schottertragschicht und Asphaltaufbau – übergehen. Für diese ist die Kreisstraßenmeisterei zuständig. Die Straße soll auf sechs Meter Breite anwachsen.  

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erstellt am 27.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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