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Der Prignitzer

09. Dezember 2016 | 12:43 Uhr

Land investiert in Hochwasserschutz : Deichbau am Bahnwerk und in Süd

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Spundwände sollen Betriebe vor einer Flut schützen. Über Maßnahmen in der Elbstraße will die Stadt mit Anwohnern sprechen

In großen Dimensionen investiert das Land in den Wittenberger Hochwasserschutz. Allein 2,5 Millionen Euro werden es ausschließlich am Gelände der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH und im Industriegebiet Süd sein. „Das sind reine Landesmittel“, betonte Umweltminister Jörg Vogelsänger beim gestrigen Pressegespräch in Wittenberge.

Beide Maßnahmen seien so enorm wichtig, dass das Land sie auch ohne Förderung durch Bund oder EU umsetzen wolle. Eine Ausnahme, so Vogelsänger. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) habe dem zugestimmt.

Am Bahnwerk werde auf einer Länge von 1,1 Kilometern eine Spundwand fest installiert. Sie beginnt an der L 11 und verläuft parallel zum Werk. Baubeginn ist April, die Bauzeit beträgt rund zehn Monate. Das Industriegebiet Süd erhält ebenfalls eine Spundwand. Sie wird 400 Meter lang sein und verläuft am Stepenitzufer. Auch sie wird im kommenden Jahr fertig gestellt.

Etwas länger müssen sich die Anwohner der Altstadt gedulden. Erst im Jahr 2019 soll der Hochwasserschutz in der Elbstraße verbessert werden. Beginnend am Wasser- und Schifffahrtsamt sind Maßnahmen auf 500 Meter Länge in Richtung Nedwighafen vorgesehen. Sie betreffen Deich und Straße, seien noch in der Planung. Anwohner sollen mit eingebunden werden. Die Stadtverwaltung plane noch in diesem Jahr eine Informationsveranstaltung dazu. Die Baukosten sind vorläufig mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

Innerstädtisch sei danach nur noch der Abschnitt anknüpfend an die Elbstraße bis zur Straßenbrücke B 189 offen. Dafür gebe es noch keine konkreten Pläne.

„Ohne diese Baumaßnahmen seien bestehende Betriebe bedroht und Ansiedlungen gefährdet“, sagte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Das Hochwasser 2013 mit seinem Rekordpegel von 7,85 Meter habe das gezeigt. Bei der Entscheidung der Bröring Unternehmensgruppe in Süd ein Mischfutterwerk zu bauen, habe der Hochwasserschutz eine zentrale Rolle gespielt. Gleiches treffe auf jüngste Investitionen im Bahnwerk zu.

Landrat Torsten Uhe (parteilos) lobte vor allem die Schnelligkeit, mit der das Land Baumaßnahmen seit 2013 umgesetzt habe. Der fertig sanierte Rehwischdeich, die laufenden Bauarbeiten in Breese und die jetzt bevorstehenden in Wittenberge seien Beispiele dafür. „Mit diesem Ministerium macht die Zusammenarbeit Spaß“, sagte Uhe. Gleiches gelte für die Mitarbeiter des Landesumweltamtes, ergänzten Uhe und der Minister.

70 Millionen Euro gebe das Land pro Jahr für den Wasserbau aus, der Großteil fließe in den Hochwasserschutz. Neben Wittenberge und Breese sind in der Prignitz noch die Abschnitte Scharleuk-Sandkrug und Sandkrug-Bälow im Bau. Saniert wird ebenfalls das Schöpfwerk Cumlosen. Alle drei Projekte zusammen kosten 8,5 Millionen Euro.

Ein kleines Stück von rund 150 Deichmetern fehle noch am Ortseingang Hinzdorf von Wittenberge kommend. Einwände von Anwohnern hätten die Sanierung verzögert, während die Ortslage schon saniert sei. Einen Termin für die ausstehenden Arbeiten konnten die gestrigen Gesprächspartner nicht nennen. Der für Hinzdorf zuständige Planer war nicht in der Pressekonferenz.

 

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erstellt am 14.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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