zur Navigation springen

Der Prignitzer

25. September 2016 | 02:18 Uhr

Zwischenfall im Luftraum : Defekt zwingt Piloten zur Umkehr

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Airbus hatte Probleme mit dem Bordcomputer und kreiste 45 Minuten über der Prignitz

Der Airbus war laut, flog in nur 1000 Meter Höhe über der Prignitz und verängstigte mehrere Menschen. Ein technischer Defekt zwang ihn Samstagnacht zur Umkehr nach Berlin (wir berichteten gestern).

Leser riefen in unserer Reaktion an, manche kamen gestern persönlich vorbei wie Bernd Friede und berichteten von ihren Eindrücken. Der Lärm, das dumpfe und so nahe Dröhnen der Turbinen machten ihn und seine Familie nervös, so Bernd Friede. Auf Facebook meldete sich ein Leser aus Gandow mit dem Satz: „Dachte der fliegt meine Hausspitze ab.“

Gestern bestätigte die Deutsche Flugsicherung (DFS) gegenüber unserer Redaktion offiziell den Vorfall. Demnach handelte es sich bei dem Flug um die Air Berlin-Maschine 7494. Sie war planmäßig in Berlin Tegel gestartet, wollte nach Abu Dhabi fliegen. „Nach dem Abflug meldete der Pilot technische Probleme mit dem Bordcomputer“, sagt Anja Naumann, Medienbeauftragte der DFS und zuständig für den norddeutschen Raum. Sie betont, dass der Pilot keinen Notfall gemeldet habe.

Eine sofortige Rückkehr zum Flughafen Tegel sei nicht möglich gewesen. „Die Maschine war zu schwer für die Landung“, so Neumann. Der Pilot bekam von der DFS ein Gebiet um das Funkfeuer Brünkendorf zugewiesen, um Treibstoff verfliegen zu können. Dieses befindet sich etwa 20 km westlich von Wittenberge und dient Piloten zur Orientierung. Hier kreuzen sich Luftverkehrsstraßen nach Berlin und Hamburg sowie Luftverkehr, der von und nach Skandinavien führt. Gestern passierten laut DFS 65 Flugzeuge diesen Verkehrsknoten.

Während die Maschine über Wittenberge kreist, ging eine Information an die Polizei, bei der sich besorgte Bürger gemeldet hatten. „Der Pilot bat darum, in niedriger Höhe fliegen zu können, da aufgrund des größeren Luftdrucks in geringerer Zeit mehr Treibstoff verbraucht wird“, erklärt Anja Neumann. Dies sei durchaus üblich in solchen Fällen. Nach 45 Minuten im so genannten Holding konnte die Maschine um 0.57 Uhr Ortszeit sicher in Berlin-Tegel landen. Ein Kerosinablass sei nicht notwendig geworden.

Die 45 Minuten Flugzeit über der Prignitz erklären auch den Eindruck mancher Leser, es habe sich um mehrere Flugzeuge gehandelt, obwohl es immer wieder die gleiche Maschine war. Der DFS seien keine anderen Vorfälle bekannt.

An Bord befanden sich 273 Gäste, teile eine Sprecherin von Air Berlin mit. Sie seien innerhalb des eigenen Streckennetzes umgebucht worden, so dass sie schnellstmöglich ihr Reiseziel erreichen konnten.

Die Sprecherin bestätigt Unregelmäßigkeiten des flight control computers. Die Rückkehr nach Tegel sei „eine reine Vorsichtsmaßnahme“ des Piloten gewesen. „Für die Gäste bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr“, so die Sprecherin.

Das Durchschnittsalter der Flugzeugflotte betrage nur fünf Jahre und sei laut Air Berlin eine der modernsten und ökoeffizientesten Flotten in Europa. Die letzte Wartung habe am Morgen des 28. Juni stattgefunden.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Jun.2014 | 19:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen