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Der Prignitzer

10. Dezember 2016 | 13:43 Uhr

Ausbau der Ölmühle : Das Dach wird zum Saunagarten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ölmühle beginnt mit der letzten Ausbaustufe: 2200 Quadratmeter große Wellnesslandschaft entsteht

Das Bauen geht weiter. Die Genesis GmbH plant die nächsten Schritte für den letzten Bauabschnitt im Speichergebäude. Hier soll eine Wellnesslandschaft entstehen. Architekten, Denkmalschutz und Bauherr trafen sich in dieser Woche, um ausstehende Details zu klären. „Wir werden jetzt den Bauantrag stellen und wollen am 30. Juni 2017 eröffnen“, gibt Gesellschafter Lutz Lange das Ziel vor.

Entgegen ursprünglichen Plänen wird die gesamte obere Etage zu einem Saunakomplex ausgebaut. Die Gesamtfläche wird 2200 Quadratmeter einnehmen. „Acht Saunen, vier Anwendungsräume sowie Ruhezonen sind vorgesehen“, sagt Lange.

Wie bei allen bisherigen Bauabschnitten im Hotel- und Gaststättenbereich soll die alte Architektur des denkmalgeschützten Gebäudes erhalten und sichtbar integriert werden. Das betrifft unter anderem die Balkenkonstruktion. „Dies ist unsere klare Forderung an die Planer“, sagt Lange.

Für die Architektur des Baus berät Hartmut Jochinke die Investoren. Der Architekt begleitet die Umbauten auf der Ölmühle von Beginn an. Für die kniffligen Fragen der Statik und Konstruktion ist Jürgen Oltersdorf zuständig. Das betrifft zum Beispiel die Standorte der Tauchbecken. „Sie müssen wir in die kleinen Türme einbauen, denn sie können das meiste Gewicht tragen“, erklärt Oltersdorf.

Herzstück der Wellnessoase wird einerseits der Giebel zur Elbe hin sein. Das Mauerwerk weicht einer Glaskonstruktion, die den Blick in die Flusslandschaft frei gibt. Sauna und Ruheraum für je 70 Personen werden dort ihren Platz finden. Die zweite Besonderheit wird fraglos der Dachgarten sein. Er bekommt eine Größe von 350 Quadratmeter.

Das jetzige Schrägdach wird abgenommen und durch eine ebene Fläche ersetzt. Sicht- und Windschutz sind noch zu lösende Fragen, auch Sicherheitsaspekte wie Fluchtwege müssen abschließend geklärt werden. „Der Rundumblick in Richtung Stadt und Elbe wird fantastisch“, ist Lutz Lange schon jetzt überzeugt.

Nachdem die Genesis GmbH erst im Juni ihr zweites Hotel auf dem Areal eröffnete, investiert sie jetzt nochmals rund 1,5 Millionen Euro. Ziel sei nicht der Massentourismus und auch keine Besucherzahlen wie sie die Therme in Bad Wilsnack mit rund 400 000 Gästen im Jahr erreicht. „Wir wollen Individualität und haben schon allein durch unsere 126 Hotelbetten eine Grundauslastung“, sagt Lutz Lange. Was das Gesamtkonzept betrifft, wolle man sich auf Augenhöhe mit dem Bleiche Ressort im Spreewald bewegen. Eine Fachjury zeichnete das Ressort im vergangenen Jahr mit dem Spa-Star in der Kategorie Gesamtkonzept aus.

Akribisch begleitet wird das Bauprojekt durch die untere Denkmalbehörde. „Der Gesamtcharakter des Gebäudes muss auch bei diesem Projekt gewahrt bleiben, ebenfalls bestehende Sichtachsen auf die Ölmühle“, erklärt Sachbereichsleiterin Ortrud Effenberger. Besonders wichtige Elemente seien die Fenster und Türme.

Gewiss brauche es noch immer Kompromisse zwischen Nutzung und Denkmalschutz, aber die großen Diskussionen zwischen ihrer Behörde und den Eigentümern liegen lange zurück. „Als es zu Anfang nur um den Uferturm ging, hatten wir Sorge, dass es eine Einzellösung und nicht der erste Schritt wird“, erinnert sich Ortrud Effenberger.

Auch beim Umbau des alten Laborgebäudes, in dem sich heute ein Hotel und Sanitäranlagen befinden, habe es hitzige Diskussionen gegeben. All das sei Vergangenheit. Mittlerweile wurde der Umbau der Ölmühle mit dem Landesdenkmalpreis ausgezeichnet.

 

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erstellt am 16.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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