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Der Prignitzer

09. Dezember 2016 | 08:50 Uhr

Sargsanierung in Mödlich beendet : Bitte nicht feucht abwischen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Restaurierung der Särge der Mödlicher Kirche ist abgeschlossen / Auch Arbeiten in Innenraum neigen sich dem Ende

Die mehr als 300 Jahre haben an den Särgen des Admirals und Lenzener Amtmanns Aernoult Gysels van Lier (1593?-1676) und seiner zwei jahre später gestorbenen Tochter viele Spuren hinterlassen. Und diese sind auch nach der Restaurierung durch Annett Xenia Schulz noch sichtbar. Aber Teile der Schrift und der aufgemalten Wappen sind wieder sichtbar, erlauben einen Eindruck von der einstigen Pracht. Das Treiben von Schadinsekten wurde gestoppt, die Außensärge aus Eiche und die Innensärge aus Kiefer wieder gefestigt.

In Glockenturm werden die beiden wertvollen Ausstattungsstücke der Mödlicher Kirche nun wieder aufgestellt, können von Besuchern besichtigt werden. Ein hölzernes Schutzdach bewahrt sie vor dem Dreck der Vögel und Fledermäuse, in touristenarmen Zeiten kommt eine Abdeckung aus Leinen hinzu. Eine Warnung und einen Wusch äußerte die Restauratorin am Donnerstag bei der Übergabe. „Bitte nicht feucht abwischen, nur trocken reinigen, sonst nimmt die nur retuschierte Inschrift sofort Schaden. Und vielleicht gelingt es uns noch mit Hilfe holländischer Historiker, das Geburtsjahr des Admirals herauszufinden. Lange galt das Jahr 1580, das auf dem dem Sarg angegeben wird. Holländische Experten sahen auf Veranstaltungen 1593 als wahrscheinlicher an, einen Beleg gibt es bisher nicht. Auch Annett Schulz konnte ihn nicht finden, entdeckte beim Studium der Familiengeschichte des Admirals eine kleine Schummelei. Dieser wurde in den Adelsstand erhoben. Seine Vorfahren aber waren bürgerlich, nicht adlig, wie die gemalten Wappen mit Helm und Harnisch auf dem Sarg nahelegen. „Die Heraldik nahm man wohl schon im Barock nicht mehr so ernst“, so die Restauratorin.

Während ihrer Arbeit in Mödlich hat sie erlebt, dass die Kirche am Elberadwanderweg wieder ein Touristenmagnet ist. „80 bis 90 Interessierte kamen an manchen Tagen. Neben Radtouristen auch Menschen, die Kirche für Kirche in der Prignitz besuchen.“ Seit gut 20 Jahren wird die Mödlicher Kirche restauriert, in den nächsten Monaten erfolgen noch die Reinigung des Taufsteins und die behutsame Aufarbeitung und Ergänzung des Patronatsgestühls oder Pfarrerstuhls. „Dann sind wir auch im Inneren weitgehend fertig“, sagte Dr. Andreas Draeger vom Bauausschuss des Kirchenkreises. Die Kirchengemeinde will dann Geld sammeln, Spenden und Fördermittel aquirieren, um in einigen Jahren die Orgel restaurieren zu können.“

„Neben noch notwendigen Restaurierungen von Kirchengebäuden müssen wir der Innenausstattung mehr Augenmerk widmen“, sagte Gordon Thalmann von der Denkmalpflege des Landkreises. Auch in dieser Hinsicht ist Mödlich mit der Restaurierung der Alabastertafeln des Altars, des früheren Aufsatzes und der Innenausmalung ein Vorbild für die Prignitz.“  

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