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Der Prignitzer

07. Dezember 2016 | 19:21 Uhr

Jubiläum in Pritzwalk : Bildungsgesellschaft wird 25

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Stadt Pritzwalk will sich weiter als Bildungsstandort für Nordwest-Brandenburg profilieren

Im Oktober 1991 wurde die Pritzwalker Bildungsgesellschaft gegründet. Es waren Zeiten, die für viele hinter einem Schleier liegen und für junge Leute längst nicht mehr wahr sind. Es war das Jahr, in dem der letzte Trabant in Zwickau vom Band lief, Helmut Kohl erneut Bundeskanzler wurde und der Chef der Treuhandgesellschaft von der RAF getötet wurde. Eine Zeit des großen Umbruchs für viele Menschen im Osten der Republik, und auch der Prignitz. Der Aufsichtsratsvorsitzende und stellvertretende Bürgermeister von Pritzwalk, Dr. Ronald Thiel rief in seiner Jubiläumsrede die Ereignisse des Jahres 1991 wieder ins Gedächtnis zurück.

Die Bildungsgesellschaft zu gründen, war eine Entscheidung mit Weitsicht, die aber auch der Not und Pritzwalker Zahnradwerk heraus erfolgte. Heute ist die Stadt Bildungsstandort mit Kitas und Grundschulen, weiterführenden Schulen, Berufsausbildung und privaten Bildungsangeboten von der Senioren- und Krankenpflege KMG bis zum Zugführer in der Bahnakademie. Dies gelang, weil die Partner im Umland die Stadt dabei unterstützten. Für Kyritz, Wittstock, Heiligengrabe und Meyenburg liegt der Bildungsstandort in der Mitte. „Nach den kürzlichen Bekanntgaben aus der Landesregierung wird Pritzwalk wohl auch zukünftig in der Mitte des Landkreises liegen“, sagte Thiel.

Geschäftsführer Jörg Ahlgrimm warf einen Blick zurück in die Vergangenheit, die immer wieder von Umbrüchen und Neuorientierung geprägt waren. Dazu zählten der Erbaupachtvertrag mit dem Landkreis über Gebäude der Tuchfabrik, der Aufbau der teamsportorientierten Berufsschule, die Begabtenförderung mit Unterstützung der Familie Quandt und seit 2012 die Neuorientierung in der Jugendhilfe.

Eine Besonderheit der Pritzwalker Bildungsgesellschaft ist, dass 76 Prozent der Gesellschafteranteile durch die Mitarbeiter gehalten werden. Zwölf Prozent hält der Landkreis und zehn Prozent die Stadt Pritzwalk.
Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte die Leistung der Bildungsgesellschaft. In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Jobcentern und Institutionen hätten 70 Prozent der 1990 in Brandenburg Beschäftigten mindestens einen, manche sogar drei neue Berufe erlernt und Weiterbildungen absolviert. „Das wir heute sagen können, dass die Arbeitslosigkeit in Brandenburg niedriger ist als in Nordrhein-Westfalen ist auch ein Verdienst der Bildungsträger“, so Woidke. „Die Aufgaben für die Zukunft haben sich aber genau ins Gegenteil verkehrt. Wir sprechen über Fachkräftemangel, über fast 200 Ausbildungsplätze, die in der Region nicht besetzt werden können. Und wir reden darüber, junge Leute zu überzeugen hier zu bleiben und eine Ausbildung zu machen, das nach Möglichkeit mit ihrer Unterstützung“, so der Ministerpräsident.

In 25 Jahren haben mehr als 17 000 Menschen in der Bildungsgesellschaft qualifiziert. Es gelte, in enger Kooperation mit den Unternehmen der Prignitz schneller und flexibler die Herausforderung anzunehmen, gemeinsam Fachkräfte in der Region für die Region auszubilden, so Ahlgrimm. Dabei will die Bildungsgesellschaft weiterhin helfen und dazu beitragen, Pritzwalk als den Bildungsstandort im Nordwesten Brandenburgs zu stabilisieren.  




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