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Der Prignitzer

04. Dezember 2016 | 15:16 Uhr

Verein nach Wittenberge Gezogen : Bildung hat viele Gesichter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verein Ländliche Erwachsenenbildung kümmert sich um Flüchtlinge und bietet Kurse für Landwirte an – neue Räume in Wittenberge

Die Lage ist zentraler als in Quitzow, auch deswegen fiel die Wahl auf Wittenberge: Der Verein Ländliche Erwachsenenbildung Prignitz-Havelland hat nun eine Schulungsstätte in der Perleberger Straße 20. Die Mitarbeiter um Geschäftsführerin Birgit Habermann haben sich gut eingelebt. „Wittenberge ist für uns als Standort neu. Wir sind auch noch Am Hohen Ende in Perleberg zu finden sowie in Rathenow, Hennigsdorf und Friesack“, erklärt Birgit Habermann. Mit verschiedenen Projekten war der gemeinnützige Verein zwar schon in der Elbestadt tätig, hatte bisher aber noch keine Niederlassung.

Seit den frühen 1990er Jahren bietet der Verein Weiterbildungen an, wie zum Beispiel Computer- oder Sprachkurse. So lernen 20 Flüchtlinge viermal wöchentlich für je sechs Stunden Deutsch in dem Schulungsraum, über den der Verein in Wittenberge verfügt. „Wir haben hier eine Lehrerin, die eine spezielle Ausbildung für Deutsch als Fremdsprache hat. Das ist nicht selbstverständlich“, erklärt Birgit Habermann, die generell die ehrenamtliche Leistung aller lobt, die Sprachkurse anbieten. „Aber die systematische Vermittlung der Sprache in Wort und Schrift ist sehr anspruchsvoll.“ Zwei weitere Kurse finden regelmäßig in Lenzen und Wittenberge statt, die als Einstieg für die Flüchtlinge gedacht sind. „Sie lernen in insgesamt 100 Stunden, die über sechs bis acht Wochen verteilt sind, die Grundlagen. Dazu gehört das Alphabet oder wie man sich vorstellt. Wir machen aber auch Exkursionen, zeigen das Wittenberger Rathaus. Das dient dazu, dass die Menschen aktiviert werden, nicht zuhause sitzen.“

Doch das Angebot der Erwachsenenbildung reicht noch weiter. So werden in Perleberg und Wittenberge die Ein-Euro-Jobber betreut. Dazu gibt es eine Kooperation mit dem Jobcenter. Die Menschen werden verschiedenen Projekten zugeteilt, wie zum Beispiel der Gartenpflege. „In Wittenberge kümmern wir uns um einige leerstehende Parzellen am Friedensteich. Sonst sind wir auch in Bad Wilsnack, Perleberg und Karstädt in Gartenprojekten engagiert“, schildert Elke Menz, die für diese Projekte verantwortlich ist. Insgesamt haben in diesem Jahr 22 Teilnehmer 146 Kilo Bohnen an die Tafel liefern können und etwa 3,5 Tonnen Fallobst für den Perleberger Tierpark bereitgestellt. „Auf diese Zahlen können wir sehr stolz sein. Sie zeigen, wie motiviert die Menschen sind“, so Menz. Auch Landwirte nutzen das Angebot des Vereins sehr gern. „Wir veranstalten zusammen mit dem Kreis regelmäßig einen Kurs, in dem die Landwirte lernen, Fördermittelanträge richtig zu stellen. Das ist nämlich gar nicht so einfach“, weiß Birgit Habermann.

Laut Brandenburgischem Weiterbildungsgesetz ist der Verein zu einer Grundversorgung im politischen, kulturellen, allgemeinen und beruflichen Bereich verpflichtet. Finanziert werden die Kurse hauptsächlich über Fördermittel und Teilnehmergebühren.

 

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erstellt am 29.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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