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Der Prignitzer

28. August 2016 | 15:58 Uhr

7 Künste für Pritzwalk : Bibliothek für DDR-Kinderbücher

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Pritzwalker Einrichtungen initiieren das Projekt / Kinder können mit diesem Angebot ihr Bild vom untergegangenen Staat vervollständigen

Im Rahmen des Projektes „7 Künste für Pritzwalk“ entsteht in den nächsten Tagen in der Wallstraße der Dömnitzstadt – im ehemaligen Wein-Fachgeschäft – eine Bibliothek der DDR-Kinder- und Jugendliteratur. Initiiert von Katja Rosenbaum, Leiterin des Pritzwalker Stadt- und Brauereimuseums, sowie unterstützt von der Pritzwalker Bibliothek, will man sich hier an zwei Tagen in der Woche der Literatur aus der DDR und dem sozialistischen Ausland widmen.

„Wir werden auch versuchen, Lesungen zu organisieren. Allerdings wird das nicht ganz einfach, weil viele der Autoren bereits ein sehr hohes Alter erreicht haben“, sagt Katja Rosenbaum. Hintergrund des Projektes sei ein gewisses Defizit im Umgang mit der DDR-Geschichte, verdeutlicht Rosenbaum.

Hinzu komme, dass vor allem den Kindern zwei Welten der DDR dargestellt werden: Einmal sei da die schulische Darstellung vom Leben in der DDR, die sich fast ausschließlich mit Stasi und Verfolgung beschäftige. Auf der anderen Seite gibt es die Erzählungen von Eltern und Großeltern. „Dabei ist die DDR für viele Kinder und Jugendliche bereits so weit entfernt wie das Mittelalter. Sie hängen also oftmals zwischen zwei Darstellungen und können sich kaum einen Reim darauf machen“, erklärt Katja Rosenbaum. Deshalb gehöre zum Thema Literatur auch immer eine Erklärung der äußeren Umstände, bevor man Heranwachsende auf solche Bücher quasi loslasse. Außerdem wolle man auch Filme aus jener Zeit zeigen.

„Die Verfilmungen sind noch sehr populär und werden immer wieder neu aufgelegt“, so Rosenbaum. Den ersten Film gibt es am 25. Juni um 18.30 in der Wallstraße, neben dem ehemaligen Wein-Geschäft. Dazu werde man ein kleines Kino einrichten. Auf dem Spielplan steht dann „Die Reise nach Sundevit“. Aber auch Filme wie „Käuzchenkuhle“ , „Lütt Matten und die weiße Muschel“ oder „Alfons Zitterbacke“ werden vorgeführt. „Außerdem wollen wir wissen, wie Mädchen und Jungen die Bücher und Filme erleben; das zum Beispiel in Form von Bildern, die die Kinder malen sollen, oder in Form von kurzen Texten, wie sie die Bücher und Filme empfunden haben.“

Noch ist die Bibliothek ein leerer Raum. Er soll sich aber schnell füllen. Deshalb werden zunächst aus Abrissholz aus der alten Tuchfabrik Regale gebaut werden. Außerdem wünscht man sich Bücher, Zeitschriften und auch Schulbücher aus dieser Zeit, die dem Museum gespendet oder auch als Leihgabe zur Verfügung gestellt werden können. „Es sind nicht mehr viele dieser Bücher erhalten, und wir als Museum haben dennoch die Aufgabe, auch diese Dinge für die Nachwelt zu erhalten“, so Katja Rosenbaum.

Informationen zu dem Projekt gibt es in der Pritzwalker Bibliothek oder auch im Stadt- und Brauereimuseum. Gern können sich auch Schulklassen oder Hortgruppen in der Bibliothek anmelden.



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erstellt am 18.Jun.2014 | 22:00 Uhr

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