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Der Prignitzer

10. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Brackspektakel in Cumlosen : Badewetter ist immer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

60 Hartgesottene stürzten sich beim Cumloser Brackspektakel in die kalten Fluten

Minus vier Grad Luft- und plus viereinhalb Grad Wassertemperatur: perfektes Badewetter. Zumindest für die 60 Hartgesottenen, die am Sonnabend der Einladung der „Cumloser Brackratten“ folgten. Der Eisbader-Verein hatte zur 18. Ausgabe seines Brackspektakels geladen.

Die abgehärteten Gäste kamen aus vielen Teilen Deutschlands zum Badesee. Sie trugen so klangvolle Namen wie „Brandenburger Eisbären“, „Stralsunder Walrosse“, „Warener Eisvögel“, „Wittenberger Delfine“ oder „Rostocker Seehunde“. Diese waren zu Sechst angereist. Besonders für die 74-jährige Sieglinde „Lindi“ Rehberg war der Gang ins kalte Wasser eine Herausforderung. „Ich bin erst seit September dabei. Das ist meine Härteprüfung. Ich bin gespannt, wie es wird“, so die Rentnerin. Was aber ist der Reiz bei winterlichen Temperaturen baden zu gehen? „Der Zusammenhalt, die Gemeinschaft“, betonte Vereinskollegin Dorina Starck (47) und weist mit einem Augenzwinkern gleich auf den entscheidenden Vorteil hin, „und es konserviert. Kühlschrankware hält sich ja auch länger.“ Doch kleine Tricks, um sich zumindest etwas warmzuhalten, hatten einige Teilnehmer. Die einen gingen vor dem Baden in die mobile Sauna der „Brackratten“, die anderen zogen sich Mützen, Handschuhe und Neoprenschuhe an. „Wenigstens die Füße und die Hände müssen warm sein“, erklärte Dorina Starck, bevor sie sich in ihr Eisblumenkostüm schwang. Und nicht nur von außen wärmten sich die Eisbader. So hatte Hans-Jürgen Wehner von den „Gardelegener Eisspringern“ spezielle Schnapsfläschchen für die „Cumloser Brackratten“ mit, auf denen ein Logo und der Schriftzug der Gastgeber prangten. Die Gastgeber um den Vereinsvorsitzenden Jörg Molz freuten sich sichtlich über dieses Mitbringsel. Auch von einem kleinen Boot aus gab es im See eine „Stärkung“.

Passend zum Wetter waren auch einige Eisbären in Cumlosen zugegen. Einer von ihnen hört auf den Namen Thomas Gose. Der 53-jährige war mit seiner Truppe aus Brandenburg an der Havel angereist. „Wir kommen jedes Jahr hierher. In Cumlosen beginnt die Saison.“ Auch wenn er sich schon seit acht Jahren in die kalten Fluten stürzt, Überwindung koste es jedes Mal. „Man gewöhnt sich nicht daran. Man muss eben lernen, seinen Körper zu beherrschen.“ Trotz der immer wieder neuen Überwindung verzichtete er auf jegliche Zusatzbekleidung. „Ich gehe nur mit Badehose ins Wasser.“ Für Thomas Gose ist das Eisbaden schon fast mehr als ein Hobby. In diesem Jahr nahm er an der Weltmeisterschaft in Sibirien teil. „Das war ein offenes Turnier. Man musste sich nicht qualifizieren. Über die 25- und die 50-Meter-Strecke landete ich im Mittelfeld. Meine Frau ist sogar über die 200-Meter-Distanz an den Start gegangen.“ Die nächste WM in zwei Jahren findet in Estland statt und ist bei Familie Gose schon eingeplant. 

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erstellt am 14.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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