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Der Prignitzer

27. September 2016 | 10:42 Uhr

Judenhof in Perleberg : Ausstellung braucht noch Zeit und Geld

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kulturverein investierte bereits gut 30 000 Euro, um Begegnungsstätte für Veranstaltungen nutzen zu können

Nein, fertig ist das Besucherzentrum Judenhof noch nicht, und es wird auch noch einige Zeit ins Land ziehen, bevor alles so her- und eingerichtet ist, wie es das Konzept vorsieht, räumt Hartmut Schneider, Vorsitzender des Kulturvereins, der sich die Betreibung des Objektes und Projektes auf die Fahnen geschrieben hat, offen ein. „Der Anfang ist aber gemacht. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht gleich ins Auge sticht, wir, sprich der Kulturbund, haben bereits gut 30 000 Euro investiert“, betont der Vereinsvorsitzende. Das Geld habe man über das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg erhalten.

„Alles was bereits während der Bauphase im Innern installiert und montiert werden musste, ist drin“, bringt es Rainer Meißle, er ist der geistige Vater, der Ideenträger des Projektes, auf einen kurzen Nenner. Ausstellungsschienen an der Decke, die Beleuchtung, Teile der Akustik, der Beamerprojektor, Jalousien, um Filme zeigen zu können, die Küche samt Fliesen, eine Projektionswand, klappbar von der Decke in den Raum, so dass hier u. a. DVD-Filme gezeigt werden können, listet Meißle auf. Dinge, die man zum größten Teil eben nicht sieht, die aber Voraussetzung sind, um das Besucherzentrum bereits nutzen zu können. „Und dazu zählen eben auch Tische und Stühle“, fügt Hartmut Schneider an.

„‚Wir haben hier ein Gebäude, das mehrere Aufgaben erfüllt, eben multifunktionell genutzt werden kann und soll“, unterstreicht der Vereinsvorsitzende. Rund 80 Quadratmeter Fläche werden hier zu einem Ensemble aus Bewegung, Projektion und Licht, das Raum bietet für Ausstellungen, Lesungen, Film- und kleine Theatervorführungen wie auch Konzerte. Anspruch des Kulturvereins ist es, im Judenhof Veranstaltungen zu offerieren unter dem Gesichtswinkel „deutsch-jüdisches Leben von der Stadtgründung bis zur ersten Pest“, formuliert es Rainer Meißle. Gleichso aber auch Themen christlicher Kultur und aktuelle politische anzusprechen, greift Hartmut Schneider den Gedanken auf. So ist die Veranstaltung am 10. November überschrieben mit dem Titel: Pegida, AfD, ostspezifische Fremdenangst. Für Mai/Juni 2017 ist die Ausstellung Luther und die Juden geplant.

Die ersten drei Veranstaltungen haben bereits stattgefunden. „170 Teilnehmer – das spricht für das Interesse und nicht zuletzt dafür, dass man hier etwas Tolles geschaffen habe“ – wenn es auch noch nicht fertig sei, so Hartmut Schneider. Und er führt ein viertes Event an: Die Meisterklasse der Lotte-Lehmann-Woche. Der Gesang lieferte den Beweis, das man hier auch eine wunderbare Akustik habe.

Ein kleiner Raum für großen Ansprüchen, so könnte man die zweite Aufgabe umschreiben: das eigentliche Dokumentationszentrum mit seinen festen und mobilen Ausstellungselementen. Das inhaltliche Konzept steht, so Meißle. Doch bevor sich Wände verschieben lassen, wenn gewünscht, den Raum teilen, bewegliche Info-Elemente die Sicht freigeben, wenn der Platz benötigt wird, mobile Podeste als Bühne fungieren, aber auch zu Arbeits- oder Vortragsinseln umfunktioniert werden können, werde es noch dauern. Denn all das koste Geld und die eigentliche Ausstellung auch Zeit. Gegenwärtig sei man dabei, notwendige Fördermittel zu akquirieren. Geld von der Stadt für die Ausstattung und Ausstellung sei weder geflossen noch geplant, hatte Bauamtsleiter Hagen Boddin auf eine Anfrage im Stadtentwicklungsausschuss erläutert. „Umgekehrt haben wir der Stadt signalisiert, dass sie alles erhält, was wir investieren, falls wir mal nicht weitermachen. Aber daran ist überhaupt nicht zu denken“, betont Hartmut Schneider.

 

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erstellt am 21.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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