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Der Prignitzer

11. Dezember 2016 | 01:15 Uhr

Planspiels „Jugend und Parlament 2015“ : Auf Stippvisite bei der Kanzlerin

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Erik Zander aus Dergenthin war im Rahmen des Planspiels „Jugend und Parlament 2015“ vier Tage lang Bundestagsabgeordneter

Fraktionssitzung, Ausschusssitzung. Fraktionssitzung. Erste Lesung, zweite Lesung. Und dann die Abstimmung. Die Mühlen des Politikbetriebes in Berlin.

Was es bedeutet, Bundestagsabgeordneter zu sein, über Gesetzesanträge zu beraten, Mehrheiten zu suchen und schließlich die eigene Position darzulegen und zu verteidigen, das erlebte der Dergenthiner Abiturient Erik Zander in dieser Woche. Im Rahmen der Aktion „Jugend und Parlament 2015“ war der 18-Jährige von Samstag bis Dienstag mit mehr als 300 anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Berlin zu Gast, um hier in Form eines Planspiels den Kern des Politikbetriebes kennenzulernen.

„Ich war dort Sören Zauft, ein 54-Jähriger Abgeordneter der fiktiven Regierungspartei ADP, der aus Baden-Württemberg stammt, verheiratet ist und zwei Kinder hat“, sagt Erik und muss lachen. Jeder Teilnehmer hätte sich zunächst mit einer vorgegebenen neuen Identität auseinander setzen und in die Partei einfinden müssen, die ihm zugelost worden war. „Dann fing der Politikbetrieb richtig an. Wir hatten mehrere Anträge auf dem Tisch liegen, beispielsweise einen Gesetzentwurf zur Einführung chancengleicher Bewerbungen für die Behörden des Bundes und zur Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit dem fiktiven Balkanstaat Illyrien.“ Vor allem die außenpolitischen Themen hätten eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie verlangt. „Es war auf der einen Seite extrem anstrengend, ich habe in keiner Nacht mehr als drei oder vier Stunden geschlafen“, sagt Erik und fügt hinzu, dass auch viele der „echten“ Parlamentarier, mit denen er und seine Mitstreiter Kontakt gehabt hätten, von einem enorm hohen Arbeitspensum berichteten.

„Auf der anderen Seite war es aber auch ein tolles Privileg, im Plenarsaal des Bundestages auf den Stühlen der Abgeordneten Platz nehmen und eine richtige Debatte führen zu dürfen – und das unter Leitung erfahrener Politiker wie Claudia Roth, Ulla Schmidt oder Johannes Singhammer.“

Die Teilnahme am Planspiel verdankt Erik dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke (CDU). „Wir Abgeordnete können Schüler vorschlagen, und bei Erik wusste ich, dass er sehr engagiert ist in der Kreisschülerschaft und mit seinem HIV-Aufklärungsprojekt. Dieses Engagement wollte ich mit dem Vorschlag belohnen.“ Steineke war es auch, der den Fototermin mit der Kanzlerin arrangierte. „Da haben wir einen kurzen Draht, und Frau Merkel macht sowas auch gerne“, sagt Steineke. So entstand das Foto mit dem Abgeordneten Steineke, dem Abgeordneten für vier Tage Zauf alias Erik Zander und der Bundeskanzlerin.

Das Ziel, für die parlamentarische Demokratie zu werben, haben Steineke und seine Berliner Kollegen offenbar erreicht. „Ich kann mir durchaus vorstellen, nach dem Studium noch politisch aktiv zu werden“, sagt Erik. „Und das, obwohl der Parlamentsbetrieb wirklich stressig ist und kaum Zeit für Privatleben bleibt.“

 

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erstellt am 17.Jun.2015 | 22:00 Uhr

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