zur Navigation springen

Der Prignitzer

26. Mai 2016 | 00:37 Uhr

Autobahntrasse : A 14: Erste freie Fahrt ab 2015

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fortschritte und klare Zeitschiene im Norden, doch Richtung Magdeburg bleiben viele Fragezeichen.

Es gibt Fortschritte beim Bau der A 14 zwischen Magdeburg und Schwerin, aber sie sind überschaubar. Knapp zwölf Monate nach unserem letzten Überblick („A 14 hinkt Zeitplan hinterher“, 16. November, S. 15) bleibt zu konstatieren: Gebaut wird noch immer auf nur rund 40 der insgesamt 155 Kilometer langen Strecke. In zwölf Monaten kam kein neuer Bauabschnitt dazu. Die wenigen Fortschritte gab es ausschließlich im planerischen Bereich.

Freie Fahrt ab 2015 Zuerst die guten Nachrichten: Die zwei Abschnitte Karstädt-Groß Warnow und A 24 bis Anschlussstelle Ludwigslust gehen planmäßig voran, sollen Ende 2015 für den Verkehr frei gegeben werden. Für das dazwischen liegende Teilstück Ludwigslust Süd-Landesgrenze Brandenburg soll Juni 2015 Baubeginn sein. Erst vor wenigen Wochen gab der Bund die dafür benötigten Finanzen frei. Das Verkehrsministerium Schwerin geht davon aus, dass ab 2017 freie Fahrt von Wismar bis Karstädt möglich sein wird.


Der Glaube an 2020 schwindet


So eine belastbare Aussage ist für die anderen Bauabschnitte derzeit kaum zu bekommen. Offiziell sprechen die Behörden in Magdeburg und Potsdam von 2020 als Fertigstellungstermin. Aber selbst die drei Prignitzer Landtagsabgeordneten nehmen diese Zahl nicht mehr in den Mund: In der Diskussionsrunde unserer Zeitung vor zwei Wochen mochten sich Thomas Domres (Linke), Holger Rupprecht (SPD) und Gordon Hoffmann (CDU) nicht festlegen. Sie brachten lediglich ihren Willen zum Ausdruck, dass die Trasse schnellstmöglich fertig werden müsste. Mehr nicht.

Beim detaillierten Blick auf die Planungsstände und die durchschnittlichen Bauzeiten der oben genannten Abschnitte ist ihre Zurückhaltung nur allzu verständlich. Der Abschnitt Wittenberge bis Karstädt ist aktuell das wohl größte Sorgenkind mit dem größten Zeitbedarf. Hier werden seit Jahren zwei mögliche Trassenführungen geplant – Ergebnis offen.

Nachdem 2011 die Variante im Bogen um Bentwisch und Lindenberg aus naturschutzrechtlichen Gründen verworfen wurde, hat man diese jetzt wieder in den Fokus genommen. Die Alternative zwischen Bentwisch und Lindenberg stieß in der Bevölkerung auf erheblichen Widerstand.


Zwei Varianten, Ergebnis offen


Das Ministerium macht aber deutlich, dass beide Varianten aktuell weiter geprüft, für beide Ergebnisse vorgelegt werden sollen. „Eine Entscheidung, welche der Varianten im Ergebnis rechtssicher weiterverfolgt werden kann, kann derzeit somit nicht getroffen werden“, teilt das Ministerium mit.

Blicken wir nach Sachsen-Anhalt. Für die vorhandene Anschlussstelle Dahlenwarsleben-Wolmirstedt werden seit gestern die Planungsunterlagen neu ausgelegt, Grund sind Veränderungen. Das Planverfahren soll 2015 abgeschlossen sein. Auf dem daran anknüpfenden Abschnitt Wolmirstedt - bis B 189 nördlich Colbitz soll der Verkehr ab dem 29. Oktober rollen. Es ist der einzige Abschnitt in Sachsen-Anhalt, an dem aktuell gebaut wird, siehe Karte.

Für den Abschnitt B 189 nördl. Colbitz-Dolle wird keine Zeitschiene genannt. Das Planfeststellungsverfahren wurde schon im Dezember 2012 abgeschlossen und vom BUND vor dem Bundesverwaltungsgericht erfolgreich beklagt. Nach dem im Januar 2014 gefällten Urteil ist ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren erforderlich. Die Unterlagen hierzu werden derzeit vorbereitet.

Ungewissheit herrscht auch für den Abschnitt Dolle/L 29 - AS Lüderitz. Zwar ist auch dieses Planfeststellungsverfahren seit Juni 2012 abgeschlossen, aber es liegen drei Klagen (BUND, Landwirtschaftsbetrieb, privater Waldbesitzer) gegen den Beschluss vor, die im Mai 2014 vom Gericht zunächst ruhend gestellt wurden.

Auch zwischen Lüderitz- Uenglingen ist noch kein Baubeginn in Sicht. Nach Auslegung der Planunterlagen im Frühjahr 2011 werden diese momentan geändert. Etwas weiter ist man auf dem folgenden Abschnitt Uenglingen-Osterburg. Auch hier wurden nach umfangreichen Veränderungen die Unterlagen Ende 2013 ein zweites Mal ausgelegt. Der Erörterungstermin wird in Kürze zwischen dem 8. und 10. Oktober durchgeführt.


Angst um den Wachtelkönig


Für den Bereich Osterburg - Seehausen wurde das Planfeststellungsverfahren vor zwei Wochen eingeleitet, die Unterlagen liegen bis 7. November öffentlich aus. Für Seehausen-Landesgrenze wurde das Planfeststellungsverfahren im Januar 2010 eingeleitet. Vier Jahre später und nach ergänzenden Planungen, unter anderem Ersatzmaßnahme für den Wachtelkönig, läuft derzeit bis zum 7. Oktober eine zweite Auslegung. Ziel ist es, das Verfahren 2015 abzuschließen.






 

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen