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Der Prignitzer

08. Dezember 2016 | 12:51 Uhr

Ernterekord in Putlitz : 763 Kilo Kürbis sind nicht genug

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach dem Brandenburger Titelgewinn will der Putlitzer Sebastian Lüders einen 800-Kilogramm-Koloss züchten

Mit einem Besuch auf dem Spargelhof Klaistow (Potsdam-Mittelmark) und einer 100-Kilogramm-Frucht fing alles an. Vor sieben Jahren hatte Sebastian Lüders mit seinen Eltern dort die Kürbis-Ausstellung besucht und sich sofort infiziert. Er wollte auch solche Riesengewächse erschaffen. Also besorgte er sich Kerne der Sorte Atlantic Giant, der einzigen, aus der sich diese rekordverdächtigen Exemplare züchten lassen.

„Der erste wog 100 Kilogramm“, erzählt der 25-Jährige. Dann wurde es jedes Jahr mehr, 150 Kilogramm, 300, 400 und 500 Kilogramm. In diesem Jahr fuhr Sebastian Lüders mit einem 763 Kilogramm schweren Prachtexemplar, seinem bisher größten, nach Klaistow und wurde zum Brandenburger Kürbismeister gekürt. Die preisgekrönte Frucht ist dort bis zum Sonntag zu sehen, dann wird sie geknackt, Teile der Frucht zum Ansehen, Kosten und Erinnern sowie die Kerne gehen an die Zuschauer.

Sebastian Lüders baut die Kürbisse im elterlichen Gartenbaubetrieb Andrea Lüders in Pritzwalk auf einem 300 Quadratmeter großen Areal an. Er zieht jeweils drei Pflanzen, bei denen eine Blüte per Hand bestäubt wird. Alle anderen Blüten und Seitentriebe werden abgeschnitten, damit die Pflanze alle Kraft für die eine Frucht nutzt. Mit den drei Pflanzen hat der Gartenbauingenieur die Sicherheit, zumindest ein stattliches Exemplar zu erhalten. Denn nicht aus jeder bestäubten Blüte entwickelt sich eine Frucht und es kommt vor, dass im Sommer ein Kürbis platzt. Entwickelt sich alles wie gewünscht, legen die Früchte an Spitzentagen bis zu 25 Kilogramm an Gewicht zu.

Sebastian Lüders installierte eine Tröpfchenbewässerung für eine optimale Feuchte. Hinzu kommt eine Sprühnebelanlage, die auch bei heißen Sommertemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung beste Wachstumsbedingungen sichert.

Neben dem Meisterexemplar wuchs so in diesem Jahr ein 480-Kilogramm-Kürbis heran, den der Putlitzer auf der Europameisterschaft in Ludwigsburg zeigte. Dort holte er sich auch Tipps vom amtierenden Weltmeister. Denn mit dem 763 Kilogramm-Exemplar ist Sebastian Lüders in Grenzbereiche für den Freilandanbau vorgestoßen. Mehr geht kaum, die mehrtonnigen Weltrekordexemplare der vergangenen Jahre wuchsen entweder in den Südstaaten der USA mit besseren klimatischen Bedingungen oder aktuell in belgischen und holländischen Gewächshäusern heran. Dennoch hat sich der Putlitzer für 2017 vorgenommen, eine 800-Kilogramm-Frucht heranzuziehen.

Je erfolgreicher der Gartenbauingenieur ist, desto weniger haben er, der Gartenbaubetrieb und seine Freunde, die sein Hobby toll finden, davon. Denn die Siegerexemplare verbleiben in den Ausstellungen. Nur kleinere können in Pritzwalk gezeigt werden.

Auch der Transport zu den Schauen ist eine kleine Wissenschaft. Die Kürbisse werden in netzartige Transportbehältnisse gesteckt, mit Bändern und Styropor umhüllt und per Radlader vorsichtig auf die Transporter gehoben, um Schäden zu vermeiden.

Auch wenn sich Sebastian Lüders von März bis September viele Stunden lang intensiv um die gelb-orangenen Riesen kümmert, kulinarisch gehören sie nicht zu seinen Favoriten. „Mal ein Kürbissüppchen schon, aber eigentlich ist mir ein Schnitzel lieber.“  

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erstellt am 25.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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