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Der Prignitzer

01. Juni 2016 | 01:44 Uhr

Tragödie in Neudorf : 1500 Schweine sterben bei Brand

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stall des Agrarbetriebs Neudorf wird Opfer der Flammen - Technischer Defekt als Ursache des Feuers vermutet

Bei einem Großbrand in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Neudorf in der Gemeinde Groß Pankow sind heute mehr als 1500 Schweine ums Leben gekommen. Der Brand in der etwa 100 Meter langen Doppelstallanlage sei im Dachbereich ausgebrochen, sagte Einsatzleiter und stellvertretender Kreisbrandmeister Volker Lehmann vor Ort. Der Feuerwehr gelang es nicht, die Tiere zu retten.

In dem Stall waren etwa 600 Mastschweine sowie 120 Muttertiere mit zahlreichen Ferkeln untergebracht. Die meisten Tiere kamen durch Rauchgasvergiftungen um. Sieben Feuerwehren, unter anderem aus Pritzwalk, Groß Pankow, Kuhbier und Putlitz, waren mit etwa 70 Kameraden im Einsatz. Sie konnten eine Ausbreitung des Großbrandes auf die Nachbarställe verhindern. Vor Ort waren auch der Rettungsdienst, die Polizei und die Amtstierärztin des Landkreises Prignitz mit mehreren Mitarbeitern. Insgesamt wurden in dem Betrieb 9500 Schweine gehalten.

„Gegen 5.20 Uhr wurden wir alarmiert“, so Volker Lehmann. „Ich bin den Feuerwehren sehr dankbar, dass sie so schnell hier waren und das Übergreifen des Feuers auf die benachbarten Stallanlagen verhindern konnten“, sagte Geschäftsführer Ralf Remmert. Er selbst konnte noch einige Tiere retten. Die Veterinäre begutachteten auch die Schweine in den anderen Ställen. Denn auch hier hätte es zu Rauchgasvergiftungen oder Stress-Symptomen kommen können, wodurch noch mehr Tiere gefährdet wären.

Bis in die Vormittagsstunden waren die Feuerwehrleute damit beschäftigt, die Glutnester zu löschen. Experten der Kriminalpolizei werden heute die Brandursache untersuchen, die Brandermittler konnten zunächst den ausgebrannten Stall noch nicht betreten. In Kreisen des Agrarbetriebs wird ein technischer Defekt vermutet. Erst wenn diese umfangreichen Untersuchungen abgeschlossen sind, können die Tierkadaver entsorgt werden. Das wird ein bis zwei Tage dauern und kann frühestens morgen beginnen. Erst dann wird die genaue Zahl der getöteten Tiere feststehen.

Erhebliche Schwierigkeiten hatten die Feuerwehrleute mit der Löschwasserversorgung aufgrund der niedrigen Temperaturen von etwa zehn Grad unter Null. „Auch wenn ein Strahlrohr gerade nicht gebraucht wird, haben wir das Wasser laufen lassen, weil uns sonst die Leitungen einfroren wären“, so Volker Lehmann.

Angesichts der widrigen äußeren Bedingungen versorgten die Mitarbeiter des Betriebes die Feuerwehrleute mit Essen und heißen Getränken und stellten ihre Büroräume zur Verfügung, damit sich die Kameraden hin und wieder aufwärmen konnten. „Das ist auch nicht selbstverständlich und sorgte bei den Kameraden für ein gutes Gefühl“, so Lehmann.

Zur Höhe des Sachschadens konnte noch keine Aussage getroffen werden. Polizeisprecherin Dörte Röhrs sprach auf „Prignitzer“-Nachfrage von etwa 600 000 Euro. „Das ist aber eine vorläufige Schätzung. Denn es wurden auch die Photovoltaikanlagen auf dem Stalldach zerstört.“

„Unsere Hauptaufgabe ist es, zunächst die betriebliche Infrastruktur wieder herzustellen und die restlichen Tiere vernünftig zu versorgen. Schweine sind sehr stressanfällig und wir müssen sehen, dass wir erstmal füttern und die Heizungen in Betrieb halten“, erläuterte Ralf Remmert.

Nach bisherigem Erkenntnisstand wurden bei dem Großbrand keine Personen verletzt. Der Betriebsleiter wurde nach Polizeiangaben am Morgen kurzzeitig im Rettungswagen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ärztlich behandelt. Die Ställe waren mit Asbestplatten abgedeckt. Gesundheitliche Beeinträchtigungen für die Bevölkerung bestanden laut Polizei durch den Brand nicht.

 


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