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Parchimer Zeitung

29. Mai 2016 | 21:07 Uhr

Parchim/Rom : Wie weiter nach Chemiebrand?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Entsorger Alba informierte Umweltausschuss über Situation nach dem Feuer / Gute Nachricht: Keine Umweltschäden durch Rauchwolke

Feuer im Zwischenlager für chemische Abfälle. Großeinsatz für die Feuerwehren. Ein Chemiecocktail drang mit Löschwasser in die Kanalisation. Anwohner wurden evakuiert. Das passierte im August in Rom. Drei Monate später traf sich Mittwochabend der Umweltausschuss des Landkreises Ludwigslust-Parchim auf dem Gelände von Alba in Rom. Hauptthema: Was kann man tun, damit sich solcher Schrecken nicht wiederholt?

Tenor der Beratung: Gänzlich verhindern lässt sich ein solches Ereignis offenbar nicht. Doch man hat offenbar gelernt, um besser mit einem solchen Brand umzugehen.

Eine gute Nachricht hatte Ralf Drexler, einer der Geschäftsführer von Alba Nord. Die dunkle Rauchwolke, die am 12. August über Rom gezogen war, hat offenbar keine Schäden angerichtet. Ein Fachinstitut habe ermittelt, wohin die Rauchfahne gezogen und wo sie niedergegangen war. Pflanzenproben wurden genommen. Das Analyseergebnis liege seit dieser Woche vor, so Drexler: Es seien keine Schäden an der Umwelt festgestellt worden.

Probleme hatte es hingegen gegeben, wie SVZ berichtete, da ein Chemiecocktail sich mit Löschwasser vermischt hatte und über die Kanalisation vom Betriebsgelände in Richtung des Ortes geflossen war. Wegen der Gefahr durch die Dämpfe, die aus dem Kanal aufsteigen konnten, waren Anwohner aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Das belastete Wasser wurde abgepumpt, Boden musste ausgetauscht werden.

Alarmsignale gab es, weil unklar blieb, woraus der Chemiecocktail bestand. Spezialgerät der Feuerwehren zeigte „Kampfstoffe“ an. Doch die waren es nicht. Es lag daran, dass dieses Gerät die Zusammensetzung der chemischen Stoffe nicht bestimmen konnte, hieß es am Mittwochabend im Ausschuss. Frank Schweitzer, Amtswehrführer Parchimer Umland, verwies auf Möglichkeiten der analytischen Taskforce bei der Berufsfeuerwehr in Hamburg zur schnelleren Bestimmung bei Unfällen mit Gefahrgut. Der Landkreis will prüfen, ob er ähnlich wie Rostock mit dieser Taskforce zusammenarbeitet, sagte Joachim Reimer, der Fachdienstleiter für Brand- und Katastrophenschutz in der Kreisverwaltung. Reimer schilderte den Ablauf am Brandtag aus seiner Sicht. Er verwies u.a. auf die besondere Verantwortung der Ordnungsbehörde des Amtes Parchimer Umland. Dorthin wurde letztlich im Ausschuss auch der Ball gespielt, als sich Roms Bürgermeister Dr. Volker Toparkus beklagte, dass Ehrenamtliche in der Brandnacht bei der Rückabwicklung der Evakuierung allein gelassen wurden.

Alba ist dabei, die beim Brand in Mitleidenschaft gezogene Lagerhalle Stück für Stück zu erneuern. Die Brandmeldeanlage wird erweitert, Tanks werden aufgestellt für Löschwasser. Auffangbecken werden installiert, um im Fall der Fälle belastete Flüssigkeit aufzunehmen. Erstaunt reagierte Ausschussmitglied Maik Kindler indes, als er erfuhr , dass Alba gegenwärtig wegen des Umbaus nach einer Ausnahmegenehmigung lagern darf. Heike Czubak, Fachgebietsleiterin Wasser und Boden beim Kreis, will eine Nachfrage beim zuständigen staatlichen Amt (StaLU) starten. Sie äußerte sich sehr positiv über die Kooperation von Alba. Das Unternehmen gehe über das, was gesetzlich vorgeschrieben ist, hinaus.

„Wir haben definitiv vor, hier weiter zu machen“, sagte Ralf Drexler nach einer kurzen Betriebsführung. „Wir stehen zu dem Standort“. Rom ist ein Zwischenlager für Schadstoffe, die bei Sammlungen in 16 Landkreisen im Norden von Deutschland anfallen. In Logistik, Transport und Verwaltung sind unter Leitung von Betriebsstättenleiterin Katharina Schlapmann 38 Mitarbeiter beschäftigt.

 

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erstellt am 13.Nov.2015 | 12:00 Uhr

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