zur Navigation springen

Parchimer Zeitung

07. Dezember 2016 | 11:29 Uhr

Alternative Jugend Parchim e.V. : Weichen für Jugendzentrum gestellt

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Stadtvertreter billigen Kooperationsvereinbarung für Projekt „Jugendliche im Stadtquartier“. Jugendförderverein koordiniert

Dafür, dass sich die Nachricht in der Punkerszene vor Ort noch am Mittwochabend verbreitet, haben Christian Pöhling und Franziska Neubert per WhatsApp gesorgt. Beide haben als Vorstandsmitglieder des Vereins Alternative Jugend die jüngste Stadtvertretersitzung als Zuhörer live verfolgt. Unter dem Tagesordnungspunkt 240/16 ging es um einen Kooperationsvertrag zur Umsetzung des Projektes „Jugendliche im Stadtquartier“ für die jungen Leute um eine Existenzfrage. „Wir sind froh, dass es nun am Schwarzen Weg weitergehen kann“, so eine erste Reaktion unmittelbar nach der Abstimmung. Mit nur zwei Enthaltungen wurde die Vorlage gebilligt. Und das hat weit reichende Folgen. Mit Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln im sechsstelligen Bereich soll es gelingen, das vor zehn Jahren an den seinerzeit neu gegründeten Verein „Alternative Jugend Parchim e.V.“ von der Stadt verpachtete Gelände mit spartanischen Gebäuden nahe der Weststadt auf Dauer zu erhalten. Für rund 30 Jugendliche und junge Erwachsene, teilweise mit ihren Kindern, die überwiegend der Punkerszene angehören, ist es längst zum zweiten Zuhause geworden. Das es hier ziemlich familiär zugeht, ist auch das Verdienst von Streetworkerin Angelika Thielert. Umso größer war das Entsetzen, als 2014 unerwartet das Aus für den Treffpunkt drohte. Damals war völlig offen, ob die Stadt den bis 2016 vereinbarten Pachtvertrag überhaupt verlängern würde. Auf das Grundstück hatten bereits Investoren aus der Wirtschaft ein Auge geworfen. Franziska (Sissy) Neubert hatte sich sofort mit starker Unterstützung auf den Weg gemacht, um in einer Fragestunde der Stadtvertretersitzung Klarheit zu bekommen. „Was passiert mit unseren Verein und seinen Mitgliedern? Gibt es für uns Alternativen?“, wollte sie von den Abgeordneten wissen und lud die gleich zu einem Besuch vor Ort ein. Die Einladung wurde angenommen und für fast alle Stadtvertreter war es der erste Besuch im bunten Treff der Punkerszene. Der Zustand der Gebäude lies keinen Zweifel aufkommen, dass hier etwas passieren muss. Eine Lösung schien allerdings in weiter Ferne.

Hinter den Kulissen und öffentlich in Ausschusssitzung wurde um einen Lösungsansatz gerungen. Bürgermeister Dirk Flörke hat es zur Chefsache erklärt und fand Rückhalt in allen Fraktionen. Auch wenn bis zuletzt Fragen vor allem zur langfristigen Finanzierung offen blieben, ist eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jugendförderverein, der künftig die Koordinierung übernimmt, eine solide Basis, ist man sich einig. Wenn der Bürgermeister seine Unterschrift, so wie von den Stadtvertretern nun festgelegt, unter das Papier setzt, könnte es bald losgehen. Dafür bedarf es aber noch einer endgültigen Zusage des Leader-Ausschusses, der über die Vergabe von Fördermitteln der EU entscheidet. „Da bin ich zuversichtlich“, so Bürgermeister Dirk Flörke. Die Stadt Parchim hat den benötigten Eigenanteil von immerhin 130 000 Euro für 2016 in den Haushalt eingestellt. Die jungen Leuten sind sich dem Vertrauensvorschuss durchaus bewusst. „Wir packen tüchtig zu“, so das Versprechen des Vorstandes.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen