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Parchimer Zeitung

29. März 2017 | 01:35 Uhr

Parchim : Vogelräuber im Visier der Jäger

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Jagdverband Parchim und Forstamt Friedrichsmoor starten gemeinsames Projekt im Europäischen Vogelschutzgebiet Lewitz

Der Jagdverband Parchim möchte in diesem Jahr gemeinsam mit dem Forstamt Friedrichsmoor ein Projekt zum Schutz der Brutvögel im Europäischen Vogelschutzgebiet in der Lewitz auf den Weg bringen. Darüber informierte der Jagdverbandsvorsitzende Andreas Gehrke dieser Tage auf der Delegiertenkonferenz die Vertreter aus den 23 Hegeringen. Anliegen sei die gezielte Reduzierung der Raubwildbestände, insbesondere von Fuchs, Dachs, Marderhund, Waschbär und Mink durch Fangjagd, damit sich die Wasservogelbrutbestände in dem etwa 1700 Hektar großen Naturschutzgebiet Fischteiche wieder stabilisieren können.

Auf einem Areal von etwa 2800 Hektar ist der Einsatz von 53 Fallen vorgesehen, die mit Fallenmeldern ausgestattet sind, um die Beunruhigung in den sensiblen Gebieten zu minimieren und tägliche Kontrollfahrten effektiver gestalten zu können. Alle Jäger, die in dieses Projekte einbezogen werden, werden im Vorfeld durch Fachleute der TU Dresden von der Professur für Forstzoologie geschult. Die Universität begleitet das Projekt auch wissenschaftlich. So sollen mit einem Fotofallenmonitoring über einen Zeitraum von fünf Jahren Daten ausgewertet werden, die Aufschluss über die Entwicklung der Raubsäugerbestände vor allem in den Bereichen des Teichgebietes geben. Dazu sollen 20 Fotofallen an strategisch günstigen Standorten platziert werden.

Hintergrund: In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände im Naturschutzgebiet Fischteiche als bedeutendes Brut- und Rastgebiet für Wasservögel deutlich zurückgegangen. Ein ausschlaggebender Grund dafür ist die Zunahme der Raubsäugerbestände. Untersuchungen der Forstzoologen von der TU Dresden haben ergeben, dass Gelegeverluste fast ausschließlich auf Prädatoren, also Beutegreifer oder Fressfeinde, zurückzuführen waren. Und die beschränken sich beim Räubern nicht nur auf die Lewitz. Gehrke führte Statusberichte zur Situation der Vögel in Deutschland von 2007 bis 2014 an: Daraus geht hervor, dass sich trotz intensivierter Schutzbemühungen die Bestandszahlen vieler Vogelarten rückläufig entwickeln. Von 261 einheimischen Brutvogelarten werden 118 in der aktuellen Roten Liste geführt und 18 in der Vorwarnliste. Ein besonders starker Bestandsrückgang sei bei den bodenbrütenden Vogelarten zu verzeichnen, weil sie für Prädatoren wie Fuchs & Co ein leicht gefundenes Fressen sind.  

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erstellt am 21.Mär.2017 | 05:00 Uhr

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