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Parchimer Zeitung

05. Dezember 2016 | 09:27 Uhr

Gesundheit : Strauße bleiben in Freiheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Landkreis Ludwigslust-Parchim erteilt Ausnahmegenehmigung für Straußenhalter aus der Region. Weitere Anträge werden geprüft

Zwei Buchstaben, zwei Zahlen – H5N8 – halten derzeit viele Geflügelhalter, Behörden-Mitarbeiter, Veterinäre... auf Trab. Grund: Die Vogelgrippe breitet sich immer weiter, immer schneller aus. Auch Straußenzüchter beziehungsweise -halter müssen Vorkehrungen treffen. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es 15 Straußenhalter. Doch Strauße einzusperren, ist nicht ganz so leicht wie Huhn, Ente oder Gans... „Strauße können theoretisch aufgestallt werden. Allerdings ist die Gefahr, dass die Tiere, die sich ganzjährig auf der Weide aufhalten, an den klassischen ,Stall‘-Erkrankungen eingehen, sehr hoch“, verdeutlicht Christoph Kistner von artgerecht e.V., dem Bundesverband Deutscher Straußenzucht. „Im Stall neigen die Tiere zu Federpicken und gefährlichen Rangkämpfen auf engstem Raum“, erläutert Christoph Kistner weiter.

Auch wenn das Landwirtschaftsministerium MV aufgrund der sich rasch ausbreitenden Geflügelpest von der Erteilung einer Ausnahmegenehmigung abrät, bestehe dennoch die Möglichkeit. „Zuständig sind die örtlichen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter“, erklärt Eva Klaussner-Ziebarth, Pressesprecherin im Landwirtschaftsministerium MV. Bislang haben sieben Straußenhalter im Landkreis diese Möglichkeit genutzt. „Bis dato wurde eine Ausnahme erteilt, die weiteren Anträge werden derzeit geprüft“, sagt Andreas Bonin, Pressesprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, auf SVZ-Nachfrage.

Vor mehr als 13 Jahren wurde „artgerecht e.V. “ ins Leben gerufen. Christoph Kistner ist der Präsident des Verbandes. Dieser vertrete die Auffassung, dass die Haltung von Straußen in Deutschland eine Chance sei. Ziel des Verbandes sei die artgerechte Haltung der Laufvögel. Dazu zählt vor allem die Offenstallhaltung. Denn der Strauß ist ein sogenanntes Fluchttier. Bei Lärm könne der Laufvogel Panik bekommen. Dann passiert es mitunter, dass der Strauß reißaus nimmt, Hindernisse werden überrannt und bergen ein großes Verletzungsrisiko. Deshalb rät Christoph Kistner auch derzeit – während der Vogelgrippe – von einer Aufstallung ab. „Es besteht auch die extreme Gefahr von gefährlicher Verpilzung der Atemwege. Die Erfahrung aus der Vergangenheit hat zudem gezeigt, dass Straußenhalter bei Aufstallung 50 Prozent und mehr ihrer Tiere verlieren“, erklärt der Präsident. Für einige Straußenhalter könne dies das Ende ihrer Zucht bedeuten.  

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erstellt am 23.Nov.2016 | 19:00 Uhr

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