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Parchimer Zeitung

30. Juli 2016 | 07:27 Uhr

Parchimer Kita ausgezeichnet : Spielerisch die Welt entdecken

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Nachhaltige Entwicklung beginnt schon von frühen Kindesbeinen an: Kindertagesstätte „Freundschaft“ als „KITA 21“ ausgezeichnet

Die Bürgermeisterwiesen nur ein paar Schritte von der Kita in der Parchimer Altstadt entfernt haben die Jungen und Mädchen aus dem Kindergarten „Freundschaft“ seit langem zu ihrem Forschungsrevier erklärt. Hier gibt es immer, zu jeder Jahres- und Tageszeit, beim Spielen etwas zu beobachten, das Wiesenleben zu erkunden, das Bachleben zu untersuchen. Ein ebenso spannendes Ausflugsziel ist für die Jungen und Mädchen der Wockersee.

Die „Schlauen Delfine“, „Starken Tiger“ und „Schnellen Krokodile“ aus der städtischen Kita lieben das Wasser. Und so wurde diese kostbare, lebenswichtige Ressource schon vor vielen Monaten auf ganz natürliche Weise zu ihrem Schlüsselthema. Es zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Tagesablauf, wenn die Jungen und Mädchen spielerisch die Welt entdecken, Zusammenhängen auf den Grund gehen und so schon von frühen Kindesbeinen an ein Verständnis dafür entwickeln können, dass ihr Handeln von Bedeutung ist. Für dieses Engagement im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung ist der Kindergarten „Freundschaft“ nun in Hamburg als „KITA 21 – Die Zukunftsgestalter“ geehrt worden – als eine von insgesamt 54 Einrichtungen im Hamburger Großraum und als einzige in Mecklenburg-Vorpommern. Die Auszeichnung nahmen stellvertretend für das sechsköpfige pädagogische Team Kita-Leiterin Sigrid Klimaschewski und Erzieherin Jacqueline Sokyte entgegen, bei der in den zurückliegenden Monaten die Fäden zusammenliefen. Die Parchimer Einrichtung überzeugte die KITA-21-Jury mit ihrem Projekt „Das Wasser und ICH!“ innerhalb des langfristigen Großprojektes „Wir sind jung und brauchen die Welt.“ Besonders imponierte die Jury, dass auch die acht Krippenkinder mit einbezogen wurden: Helle Aufregung herrschte in der Stiftstraße und jedes Spielzeug war nur noch Nebensache, als die Jüngsten z. B. nach Herzenslust mit Wasser und Sand matschen durften. Nahezu unersättlich sind Wissensdurst und Begeisterungsfähigkeit bei den Größeren: Sie lernten u. a. den Wasserkreislauf und die globale Wasserverteilung kennen, begaben sich im Wasserwerk auf Spurensuche, wo das Trinkwasser herkommt und welchen Weg es durch die Rohre im Keller ihrer Kita nimmt, bis es aus dem Wasserhahn fließt. Von ihren Entdeckertouren brachten die Jungen und Mädchen Wasserproben aus Pfützen, aus dem Bach, dem Wockersee oder aus der Elde mit und verglichen sie unter dem Mikroskop mit Trinkwasserproben oder Selter. Als kleine Zukunftsgestalter fanden sie heraus, dass das Wasser in den Weltmeeren sehr salzig ist und ganz anderen Tieren einen Lebensraum bietet als der Wockersee. Welche Fische in Mecklenburger Gewässern beheimatet sind und wie groß sie werden können, erfuhren die Jungen und Mädchen vom Papa von Amy Sue. Marcel Arndt nahm für dieses Projekt extra einen Tag Urlaub und schenkte der Kindereinrichtung sogar ein Aquarium, das zunächst als Krebsbeobachtungsstation diente. Mit Unterstützung weiterer Eltern ist es inzwischen vollständig eingerichtet, sodass sich die Goldfische darin pudelwohl fühlen. Die Hege und Pflege übernehmen die Kinder mit ihren Erzieherinnen.

„Bildung für nachhaltige Entwicklung findet im Alltag statt“, unterstreicht Jacqueline Sokyte. Seit 2007 in ihrem Traumberuf als Erzieherin in der Stiftstraße tätig und selbst Mutter dreier Kinder, sieht sie sich als Erwachsene auch immer als Lernende von den Kindern. Für sie, für Sigrid Klimaschewski und die anderen Erzieherinnen ist es eine Freude zu sehen, mit welcher Routine die schlauen Delfine heute zum Wasserbecher greifen, wenn sie sich nach dem Frühstück die Zähne putzen, wie sie darauf achten, dass das kostbare Nass beim Einseifen der Hände nicht unnötig lange läuft und wie sie diese Selbstverständlichkeiten auch mit nach Hause nehmen. Wenn die Tomaten, Erdbeeren oder Kräuter im Garten Durst haben, bekommen sie natürlich Wasser, das in einer Regentonne aufgefangen wurde. Und als in der Kita das traditionelle Familienfest gefeiert wurde, konnte es natürlich nur ein Motto geben: Wasser.


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erstellt am 17.Okt.2014 | 19:10 Uhr

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