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Parchimer Zeitung

11. Dezember 2016 | 10:57 Uhr

Primank : Schmusetiger suchen neues Heim

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gemeinnütziger Tierschutz-Verein „SOS-Pfotenparadies“ in Primank beherbergt rund 50 Katzen unterschiedlicher Herkunft

„Bei uns werden die allermeisten Katzen zahm“, verspricht Christoph Heuer und nimmt den gestreiften Kater in den Arm, der im „Seniorenbereich“ des gemeinnützigen Tierschutz-Vereins „SOS-Pfotenparadies“ einen Platz zum Altwerden fand.

In dem gefliesten Raum, mit Außenzugang, stehen neben Sitzmöbeln, mehrstöckige Kratz- und Kletterbäume. Außerdem liegen einige Spielzeuge herum, die die älteren Vierbeiner nicht wirklich interessieren. Ältere Katzen seien schwer vermittelbar, meint Heuer und herzt das Tier auf seinem Arm. Vierbeinige „Senioren“ blieben meist lebenslang in Primank.

Das abgeschiedene, naturumgebene Grundstück am Rand von Primank ist einerseits Vereinssitz, andererseits Wohnort von Christoph Heuer. Er ist Vereinsvorstand des „SOS-Pfotenparadies e. V. “ und gründete die Initiative vor zwei Jahren. Derzeit pflegt der Tierfreund 21 Haus- und 28 Freikatzen. Sie sind jeweils in überschaubaren Grüppchen untergebracht. In der sogenannten Quarantänestation kommt gerade eine neu eingetroffene Findelkatze mit ihrem Baby zur Ruhe. Heuers tierische Mitbewohner stammen zumeist aus freier Wildbahn.

Bei der Weitervermittlung von den Tieren prüfen Heuers Mitarbeiter die neuen Halter ganz genau: „Zunächst kommen die Tiere in eine zwölfmonatige Pflegeschaft. Um zu kontrollieren, ob es den Tieren auch gut geht, machen meine Kollegen unangemeldete Besuche“, versichert der hauptberufliche Gastronom.

Heuer weiß um die begrenzten Kapazitäten des Primanker Vereinshauses: „Wir können natürlich nicht zu viele Tiere aufnehmen. Im Winter ist die Abgaberate sehr hoch. Doch wir wollen die Katzen nicht horten und verwahren, sondern artgerecht pflegen. Sie werden von uns aufgepäppelt, damit wir sie gesund vermitteln können“, erzählt der Tierfreund.

Die Arbeit der 21 ehrenamtlichen Tierschützer besteht aus den Schwerpunkten Tierfutterhilfe, Betreuung und Vermittlung von Katzen und Hunden. Hunde? Neuerdings hat der Verein einen Außenstandort im bayrischen Augsburg. „Hier in Primank wäre es mit Katzen und Hunden zusammen nicht gut gegangen. Die Haltung beider Tierarten bringt immer Probleme mit sich“, gibt der aus München stammende Tierpfleger zu Bedenken.

Das „SOS-Pfotenparadies“ arbeitet mit anderen regionalen Tierschutzvereinen, Tierarztpraxen und Ordnungsämtern eng zusammen. Kostenpflichtige Werbung schaltet der Verein aber nicht: „Für gemeinnützige Arbeit muss man jede Mark umdrehen. Doch wir wollen das Geld in die Tiere investieren. Kostenfreie Möglichkeiten wie Facebook reichen als Werbung. Ansonsten trifft man uns ganzjährig an Infoständen“, meint Christoph Heuer.

Der Verein hieß kürzlich noch „Vier Pfoten sagen Danke“. Der Name brachte rechtliche Schwierigkeiten mit sich. „Eine Hamburger Stiftung nennt sich ähnlich und drohte mit einer Klage, da ihr Name geschützt sei“, berichtet Heuer. Er reagierte mit einer Umbenenung, was finanziell nicht einfach gewesen sei.

In der Adventszeit veranstalten die Primanker Tierschützer eine „Tier-Tafel“. Bedürftige Tierbesitzer können sich am 3. Dezember von 10 bis 16 Uhr Futter auf dem Platz vor einem Parchimer Baumarkt abholen. Auf dem Weihnachtsmarkt der Landeshauptstadt ist der „SOS-Pfotenparadies e.V.“ ebenfalls mit einem Infostand vertreten.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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