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Parchimer Zeitung

03. Dezember 2016 | 12:37 Uhr

Schauspielerin aus Parchim : Schäfchen zählen in der Heimat

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Anne-Catrin Märzke unterstützt den Lebenshof „Land der Tiere“ in Vellahn/ Schauspielerin aus Parchim bald in „SOKO Wismar“ zu sehen

In einem Beruf, der sich um Perfektion, Performance und ständig um die eigene Person dreht, indem oft Oberflächlichkeiten den Alltag bestimmen, verliert so manch ein junges Talent die Haftung. Deswegen stellt man sich gewöhnlich Menschen aus Film und Fernsehen etwas abgehoben vor.

Vorstellung und Realität passen im Beispiel Anne-Catrin Märzke nicht zusammen. Die gebürtige Parchimerin, die ihr ganzes Leben auf die darstellenden Künste ausgerichtet hat, blickt mit ihren 31 Jahren auf eine beeindruckende Karriere zurück. Künstlich, überheblich, arrogant, diesen Anschein macht der Serienstar aus „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ („GZSZ“) überhaupt nicht. Im Gegenteil: sie ist bodenständig, heimatverbunden und vor allem tierlieb.


In jungen Jahren Vegetarierin geworden


Angefangen beim Vegetarismus, wünscht sie sich einen würdevollen Umgang mit Tieren: „Respekt ist ein wichtiger Punkt. Gegenüber allen Lebewesen sollte er aufgebracht werden. Alle Lebewesen sind gleich, was ihr Bedürfnis nach Freiheit anbelangt. Deswegen lehne ich zum Beispiel auch Käfighaltung ab“, sagt Anne-Catrin Märzke.

Seit ihrer Jugend lebt die Musicaldarstellerin vegetarisch, zeitweise sogar vegan. Als sie mit 16 Jahren von zu Hause auszog, stellte sie sich auf die Ernährungsweise ihrer damaligen Mitbewohnerin ein. Wenn Anne-Catrin in Parchim ist, kocht sie für die Familie ohne tierische Nahrungsmittel. Es gab eine Zeit, da war sie nicht ganz so konsequent: „Während meiner Welttournee mit der Band Kamelot vor sieben Jahren habe ich noch nicht komplett auf Fleisch verzichtet. Seit 2009 esse ich aber durchgängig keine Fleischprodukte mehr und muss sagen, man isst dadurch vielfältiger als vorher“, erzählt Märzke.

Ihre Tierliebe zeichnet sich nicht einzig durch ihre Essgewohnheiten ab. Die Schauspielerin bezieht klar Stellung, was die Domestizierung von Nutz- und Haustieren anbelangt: „Ich mache da keinen Unterschied. Ich lehne Freiheitsberaubung von Menschen ebenso ab, wie Massenhaltung bei Tieren. Kein Tier sollte im Käfig gehalten werden“, sagt sie.


Engagement für „Land der Tiere“


Die Künstlerin befürwortet das Konzept „freier Tierhaltung“, daher unterstützt sie seit kurzem mit Spenden den Lebenshof „Land der Tiere“ in Vellahn. Bei einer Hofbegehung lernte sie das Schaf „Max“ kennen und übernahm seine Patenschaft. „Max hat sein erstes Lebensjahr nur mit viel Glück überlebt. Er und weitere Lämmer waren als Osterlämmer vorgesehen. Sie konnten aber vor dem Schlachten gerettet werden und leben heute auf dem Lebenshof. Auf die Idee für die Patenschaft kam ich bei der Suche nach einem passenden Geburtstagsgeschenk für meine Schwester“, berichtet Märzke über ihr Engagement. Der Bauernhof in Mecklenburg spiegele ihre Vorstellung von Tierschutz wieder, gern hätte sie selbst Zeit, Knowhow und Mittel für ein Stück Land, um dort Tieren in Not ein glückliches Leben zu ermöglichen. „Ich war schon länger auf der Suche nach einem Tierschutzprojekt. Auf einem veganen Sommerfest sah ich einen Stand des Lebenshofes. Reiner Zufall, dass sich das Areal in meiner Heimat befindet. Als ich den Hof besuchte, war ich überzeugt, genauso sollten Tiere leben, denn nur eine freie Haltung ist auch artgerecht“, beschreibt Anne-Catrin Märzke voller Enthusiasmus.

Die Faszination für das Projekt „Land der Tiere“ ist bei ihr kaum zu überhören. Mit Begeisterung erzählt Märzke von den ehrenamtlichen Mitarbeitern und dem „Riesenaufwand“ der für das Überleben von teilweise todgeweihten Tieren betrieben werde. Die Patenschaft ermögliche die Rundumversorgung von Hammel „Max“ und seinen Gefährten, auf diese Art Verantwortung zu übernehmen, hält Märzke für den richtigen Weg. Außerdem: „Etwas Gemeinnütziges für den Tierschutz zu tun, ist ein guter Ausgleich zu dem teilweise doch sehr oberflächlichen Showbusiness“, begründet sie ihren Einsatz für den Tierschutz.


Angekommen in „erwachsenen Rollen“


Dass sich die Akteurin, die momentan am Theater Lübeck die Rolle der „Betty Schaefer“ im Musical „Sunset Boulevard“ einstudiert, für artgerechte Lebensbedingungen von Tieren stark macht, hänge mit ihrer persönlichen Reifung zusammen. Sie gibt zu: „Ab 30 wurde ich entspannter, was das Business betrifft. Mit dem Älterwerden fokussiert man sich, setzt Prioritäten. Außerdem kann ich schon darauf zurückblicken, was ich bisher alles erreicht habe“.

Blutjung war Märzke, als sie für ihre Karriere die Kreisstadt verließ. Das Udo Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“, in dem die Wahlberlinerin die Zweitbesetzung der Hauptrolle „Jessy“ spielte, ist eine von vielen Stationen ihrer Vita. Seit 2015 spielt sie bei „GZSZ“ mit. Diese „erwachsene Rolle“ passe zu ihrer Entwicklung, freut sich Märzke. „Man sieht mich jetzt anders. Die Außenwahrnehmung hat sich geändert, man wirkt durch die Rolle erwachsener. Es wurde auch Zeit für einen Spartenwechsel, was in Deutschland bei den Schauspiel-Besetzungen nicht immer einfach ist. Als junge Frau wird man gerne für die Rolle der Prinzessin besetzt. Als Schauspieler ist es aber wichtig, bunt und offen für neue Projekte zu bleiben, zwischendurch auch den Absprung zu schaffen“, meint sie. Das Kennenlernen anderer Länder und Kulturen auf ihren Reisen, hätten sie geprägt und zu diesen Einsichten bewegt.


Auftritt bei „SOKO Wismar“


Derzeit führt die Arbeit Anne-Catrin Märzke in die heimischen Gefilde Norddeutschlands. Sie ist am 2. November in „SOKO Wismar“ (18 Uhr/ ZDF) zu sehen. Bei der Krimiserie mitzuwirken, bestärkte ihr Heimatgefühl. Außerdem durfte sie etwas tun, was sie sich im Studium mühevoll abtrainiert hätte: „Ich durfte endlich mal wieder meinen norddeutschen Dialekt anwenden und so richtig losschnacken. Den mecklenburgischen Jargon zu sprechen, fand ich sehr lustig“, lacht das sympathische Multitalent. Ihrer Heimatstadt konnte sie bei den Proben und Dreharbeiten nah sein. Alle zwei Monate besucht sie ihr Elternhaus. Neben der Familie, wartet nun auch das Schaf „Max“ in Vellahn auf regelmäßige Visiten seiner prominenten Patin.

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