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Parchimer Zeitung

19. Februar 2017 | 15:25 Uhr

Parchim/Lübz : Rufbus kein Einbahnverkehr

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Fahrgäste in Städten können das System genauso nutzen wie auf dem Dorf

Auch wenn die genauen Zahlen noch Verschlusssache sind, der im Dezember 2016 eingeführte Rufbus scheint auf Erfolgskurs zu fahren. „Die Fahrgäste haben das System angenommen“, sagt Stefan Lösel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim VLP. Zu vereinzelter Kritik nahm Lösel jetzt Stellung. Klar ist: Der Rufbus ist keine Einbahnstraße. Auch Bewohner der Städte Parchim, Lübz, Goldberg und Plau können das System für Fahrten aufs Land nutzen.

Meistens wollen die Fahrgäste vom Dorf in eine größere Stadt fahren, sei es zum Einkaufen oder zum Arztbesuch. Folgerichtig verteilte der kreiseigene Busbetrieb die maßgeschneiderten Rufbus-Fahrpläne in den Gemeinden. „In der anderen Richtung funktioniert es natürlich auch“, erklärt VLP-Geschäftsführer Stefan Lösel. Wer als Parchimer, Lübzer, Plauer oder Goldberger einen solchen Plan brauche, kann den im Internet anfordern (Adresse unten).

Ein Parchimer Leser hatte an unserem heißen Draht die Frage gestellt, ob er denn auch mit dem Bus nach Kossebade komme. Dort praktiziere eine Ärztin, die seine kranke Tochter behandele. Noch könne er mit dem Auto fahren. Aber wenn das aus Altersgründen nicht mehr gehe, was dann? Im Kossebader Beispiel stehen montags bis freitags neun Verbindungen zur Verfügung. Weil die primäre Idee des Rufbusses ist, die Gemeinden mit dem Hauptnetz zu verbinden, ist die Hinfahrt in Richtung Knotenpunkt Parchim definiert. „Aber der Bus muss ja auch wieder zurück“, sagt Stefan Lösel. Also stehen für die Parchimer die Rückfahrten in Richtung Kossebade zur Verfügung, von montags bis freitags sind das acht Fahrtmöglichkeiten zwischen 6.27 Uhr und 18.40 Uhr. Retour in Richtung Parchim geht es nach dem erstgenannten Plan im Zeitfenster von 4.57 Uhr bis 19.05 Uhr.

Kritik äußerten auch Crivitzer Schüler der Produktionsschule Greven wegen zu langer Wartezeiten beim Umsteigen in Lübz. „Hier gab es schon immer keine zeitnahe Verbindung“, weiß Stefan Lösel. Das liege am Zugfahrplan. Wer um 7 Uhr in Crivitz losfahre, komme um 7.23 Uhr in Parchim an. Die Linie 77 Richtung Lübz fahre um 7.40 Uhr ab. Die Schüler würden um 8.20 Uhr in Greven eintreffen. Wollen sie um 8 Uhr dort sein, bliebe nur der Zug ab 6 Uhr Crivitz. Oder eine individuelle Lösung. Die betroffenen Schüler sollten sich an den Landkreis wenden, der eine individuelle Lösung organisiere.

Auch aus Granzin meldete sich eine Leserin, weil der Bus nicht mehr wie bisher um 8.20 Uhr, sondern erst um 9.45 Uhr fahre. Die Ursache hat auch hier mit anderen, übergeordneten Fahrplänen zu tun. „Wir fahren im Zwei-Stunden-Takt“, erklärt VLP-Geschäftsführer Stefan Lösel, „für Granzin bedeutet das Abfahrten beispielsweise um 7.45 Uhr und 9.45 Uhr. Das liegt auch daran, dass wir Verbindungen zur Linie 77 und zu den Abfahrtszeiten der Züge in Parchim herstellen.“

Dass sich der Fahrpreis um einen Euro erhöhe, sei gerechtfertigt. Immerhin steht eine 365 Tage im Jahr gültige Anschlussgarantie auf der Habenseite. Ansonsten gelte: Die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim ist offen für Anregungen. Dafür gibt es Möglichkeiten im Internet oder unter der Telefonnummer 03883 / 61610.

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erstellt am 11.Jan.2017 | 08:00 Uhr

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