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Parchimer Zeitung

27. September 2016 | 08:59 Uhr

Ludwigslust-Parchim : Restmüll: Es wird deutlich teurer

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Grundsystem mit Behälter- und Entleerungsgebühr soll bleiben. Vier Entleerungen pro Jahr Pflicht. Steigerungen um bis zu 17 Prozent geplant

Am 6. Oktober wird sich der Kreistag Ludwigslust-Parchim wieder einmal mit dem Thema Abfall befassen. Kernpunkt sind diesmal neue Gebühren und Regeln, die ab 2017 gelten sollen und die alle Bereiche der Abfallentsorgung betreffen. SVZ stellt die geplanten Änderungen in den einzelnen Entsorgungsbereichen detailliert vor.

Heute: Restmüll

Für den Restmüll sind dem Kreistag in Sachen Gebühren schon die Hände gebunden, denn die Preise stehen bereits fest. Die Verwaltung hat die Lose dafür bereits an den Entsorger Alba Nord vergeben. Damit sind die Kosten für die kommenden fünf Jahre klar. Und sie sind im Vergleich zu den bisher geltenden Sätzen gestiegen – um bis zu 17 Prozent für Zweiradgefäße.

An den Ausschreibungen, die noch getrennt nach den beiden Altkreisen vorgenommen wurden, hatten sich nur noch jeweils vier Unternehmen beteiligt. Als Ursachen für die steigenden Kosten gelten vor allem gestiegene Personal- und Fahrzeugkosten. Unumstritten ist aber auch, dass frühere Ausschreibungen mit Absicht niedrig gerechnet worden waren, um den Auftrag zu bekommen. Das hat sich inzwischen geändert. Und so muss der Landkreis mit den höheren Kosten leben und sie mehr oder weniger auf die Haushalte umlegen. Dennoch wird beim Hausmüll am grundsätzlichen System nichts geändert. Das bedeutet, dass es auch weiterhin eine Behältergebühr je nach Größe der Tonne und eine Entleerungsgebühr gibt. Vorgeschrieben sind bei einem 14-tägigen Entsorgungsrhythmus vier Entleerungen im Jahr. Über in den Mülltonnen fest verbaute Chips wird festgestellt, wie oft eine Mülltonne tatsächlich binnen eines Jahres entleert worden ist. Jedem Grundstückseigentümer wird dabei empfohlen, darauf zu achten, dass er auch wirklich seine Tonne nach der Entleerung zurück auf den Hof stellt.

Die Gegenüberstellung der alten und der jetzt geplanten Gebühren (siehe Infokasten) offenbart die zum Teil drastischen Preissteigerungen, die ab Januar in Kraft treten könnten. Diese Preisentwicklung verbunden mit der immer kleiner werdenden Zahl der Anbieter im privaten Bereich war es dann auch, die den Landkreis auf die Idee gebracht hatte, Teile der Entsorgung künftig selbst in die Hand nehmen zu wollen. Das betrifft aber bisher nur den Bereich der Papierentsorgung und der Entsorgung des Sperrmülls. Es ist aber angesichts der Preisentwicklung nicht ausgeschlossen, dass der Kreis in wenigen Jahren auch den Restmüll in eigener Regie entsorgen will.

 

Die SPD-Fraktion im Kreistag hat in ihrer jüngsten Stellungnahme dann auch gefordert, den Gebührenzahler bei der Neuausrichtung der Abfallentsorgung weiterhin fest im Blick zu haben. Die Fraktion wolle Verzögerungen vermeiden und weist darauf hin, dass durch das Engagement des Kreises bei Papier und Sperrmüll der Bürger Geld spare. Pascal Winkler, haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion: „Nach vorläufigen Zahlen entsteht für den Gebührenzahler ein Vorteil von bis zu 12 Prozent. Im Ergebnis spart der Bürger durch die Neustrukturierung der Abfallwirtschaft bares Geld.“ Übersetzt für den Hausmüll heißt das: Ohne den neuen Schritt des Landkreises in Sachen Sperrmüll und Papier wäre es noch teurer geworden.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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