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Parchimer Zeitung

09. Dezember 2016 | 16:33 Uhr

Vogelgrippe in Parchim : Polit-Hilfe für Geflügelhalter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Freie Wähler bieten geräumigen Stall als kurzfristige Heimat für Hühner

Ganz konkret greift die Kreistagsfraktion Umwelt, Piraten, Freie Wähler in die Vogelgrippe-Diskussion ein. Fraktionsvorsitzender Gustav Graf von Westarp: „Spontane Hilfe für private Federfreunde bietet ein Mitglied unserer Fraktion und Bio-Landwirtschaftsbetrieb in der Nähe von Parchim an. In einem geräumigen Stall, lichtdurchflutet, mit natürlicher Streu, belüftet und warm gäbe es für Härtefälle kurzfristige Unterbringungsmöglichkeiten für Geflügel.“

Die Fraktion hat ihre eigene Lesart der momentan grassierenden Vogelgrippe. Fast schon regelmäßig verhänge der Landrat eine Aufstallpflicht für Geflügelhalter wegen der Gefahr der Ausbreitung der Vogelgrippe. Westarp: „Verhindert werden soll damit, dass die Grippeviren von Wildvögeln auf Nutztiere übertragen werden, obwohl gar nicht geklärt ist, ob die Infektion sich nicht über den umgekehrten Weg ausbreitet, nämlich aus den Großställen auf die Wildvögel.“

Gerade in der industriellen Tierhaltung sei eine Übertragung aus der Natur in die Ställe nicht möglich, da das Geflügel vom Schlüpfen bis zum Schlachten nicht aus den Ställen komme. Der Fraktionschef: „Wohl aber werden die Exkremente in die Natur ausgebracht und bilden ein Ansteckungspotential für Wildvögel. Welchen Weg das Virus nimmt, kann man durch epidemiologische Untersuchungen herausfinden, die die Wissenschaft in jedem Jahr neu verspricht und anscheinend nie macht. Warum nicht? Könnte das Ergebnis vielleicht sein, dass das Virus über die europaweiten Transportwege der Futtermittel, der Schlachtprodukte und der Abfallstoffe aus der industriellen Geflügelproduktion verschleppt wird?“

Schon 2014 hatte Maik Kindler, Umweltpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion Umwelt, Piraten, Freie Wähler den Verdacht geäußert, dass die Vogelgrippe aus den Niederlanden eingeschleppt wurde und nicht von Wildvögeln stamme. Grund für die Vermutung war für ihn die enge genetische Verwandtschaft zwischen Viren bei toten Wildvögeln in den Niederlanden und auf Rügen.

Gegen die Vermutungen der Umwelt, Piraten, Freie Wähler im Kreistag Ludwigslust-Parchim spricht die gestrige Einschätzung von Experten. Die Vogelgrippe greife in Mecklenburg-Vorpommern offenbar auf immer mehr Wildvögel über, habe große Nutztierbestände im Land bislang aber verschont.

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