zur Navigation springen

Parchimer Zeitung

10. Dezember 2016 | 17:39 Uhr

Brunnen gerettet : Parchimer Mediziner hilft Nepal

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Der Chefarzt der Asklepios Klinik Dr. Rüdiger Wenzel berichtet über seine freiwilligen Einsätze in dem armen Land

Er ist ein Freund Nepals und der Menschen: Dr. Rüdiger Wenzel, im Hauptberuf Chefarzt der Asklepios Klinik, ist schon seit Jahren in seiner Freizeit regelmäßig zu medizinischen Hilfseinsätzen am Himalaya unterwegs. Am 1. Dezember wird der Parchimer in der Kreisstadt wieder vor großem Publikum über eines der „schönsten und geheimnisvollsten, aber auch der ärmsten Länder auf dem Dach der Welt“ berichten.

Ganz gewiss werden die Gäste faszinierende Eindrücke mit nach Hause nehmen, aber auch die Botschaft, was alles mit engagierter und gezielter Hilfe möglich ist. 2015, nach dem großen Erdbeben im Frühling, sah es noch so aus, als wäre das Amppipal Hospital glimpflich davongekommen. Dort, am Fuß der Hauptkette des Himalaja-Gebirges, liegt eines der Projektgebiete des in Grimma von Medizinern gegründeten Hilfsvereins Nepalmed. 200 000 Menschen leben im Einzugsbereich des Hospitals, oft sind sie bis zu 12 Stunden zu Fuß unterwegs, um dort medizinisch versorgt zu werden. Was zunächst gut aussah, trog: Das Erdbeben hatte doch größere Risse im Amppipal Hospital verursacht. Das Gebäude musste komplett wiederaufgebaut werden.

„Dank der Spenden hat sich die Lage der Menschen in der Amppipal-Region deutlich verbessert“, sagt Dr. Rüdiger Wenzel. Der Parchimer freut sich, mit dazu beigetragen zu haben, dass Dörfer und die zwei Schulen der Region wieder aufgebaut werden konnten. Persönlich nahe gegangen war dem Mediziner der Totalverlust eines kleinen Arztpostens, einem Haus, in dem ein Mediziner lebt und praktiziert. Auch das steht mittlerweile wieder. „Es gibt ja nicht nur traurige Dinge zu erzählen, überhaupt nicht“, sagt Wenzel, „die Menschen dort sind völlig unkompliziert.“

So wirkt es wie ein kleines Wunder, was die Mediziner für drei Dörfer bewirkten. Deren einzige Wasserquelle war durch das Erdbeben verschüttet worden. Vorher holten die Frauen in Stundenmärschen ab drei Uhr morgens hier Wasser. Plötzlich ging nichts mehr. Die staatliche Vorgabe war: Die Dörfer müssen umgesiedelt werden. „Dafür gibt es aber keinerlei Voraussetzungen“, berichtet Dr. Wenzel. Also bat Nepalmed zwei Leipziger Wasserbaugeologen, sich die Sache vor Ort anzusehen. Wenzel: „Die Quelle war noch da, sie mussten nur freigebuddelt werden.“ Die Helfer sorgten dafür, bauten Betonringe um die Quelle, installierten eine mit Solarenergie betriebene Pumpe und schlossen einen Sammelbehälter auf einem Berg an. Über Filter und Kunststoffleitungen fließt das kostbare Nass jetzt in die Häuser. „Als alles fertig war, kamen ältere Frauen mit Tränen in den Augen. Sie müssen jetzt nicht mehr morgens mit Kanistern los“, erzählt der Parchimer Chefarzt, der schon den nächsten Nepal-Einsatz im Februar 2017 vor Augen hat. 

Vortrag über Nepal, Menschen, Kultur und die Arbeit des Hilfsvereins Nepalmed e.V. im Amppipal Community Hospital

Donnerstag, 1. Dezember, 18.30 bis 21 Uhr, Solitär der Kreisverwaltung, Eintritt frei, Spenden willkommen.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Nov.2016 | 00:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert