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Parchimer Zeitung

07. Dezember 2016 | 19:22 Uhr

Persönlich : Parchim war immer eine Option

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

SVZ stellt junge Menschen vor, die auf Parchim und die Region bauen. Heute: Melanie Menck

Für andere Menschen da sein, helfen können – das war die Motivation, warum sich Melanie Menck entschloss, Logopädin zu werden. Sie lebt ihren Beruf, sie liebt ihre Arbeit. Und zu allem Glück kann sie ihren Wunschberuf seit kurzem nun sogar in ihrer „alten Heimat“ ausüben: Zum 1. Oktober übernahm die 30-Jährige die Logopädische Praxis von Heidemarie Bolik in der Stegemannstraße von Parchim.

Nur ein paar wenige Kilometer weiter in Malchow, seit 2014 ein eingemeindeter Ortsteil der Stadt, ist Melanie Menck aufgewachsen. Ihren Realschulabschluss machte sie damals in Spornitz. Zunächst entschied sich Melanie Menck, Kosmetikerin zu werden. Schon während der Lehre, die sie selbstverständlich bis zum Abschluss durchzog, fasste sie den Entschluss, in ein anderes Metier zu wechseln. Sie absolvierte in Schwerin, wo sie seit 2004 auch wohnt, die Fachhochschulreife und eine weitere Berufsausbildung.

Seit 2008 ist sie Staatlich anerkannte Logopädin. Gerade fertig mit der Ausbildung, bekam sie als Berufsanfängerin mit blutjungen 22 Jahren das Angebot, eine Praxis in Schwerin zu übernehmen. Die Entscheidung, als Jungunternehmerin den Sprung ins sprichwörtliche kalte Wasser zu wagen, fiel mit voller Rückendeckung der Familie. „Dass sie mir das zugetraut hat, war für mich ein enormer Ansporn.“

Bereut hat Melanie Menck diesen Schritt tatsächlich keinen einzigen Tag, zumal ihr die Patienten den Einstieg ins Berufsleben und in die Selbstständigkeit leicht machten: „Sie haben sehr positiv reagiert, mir viel Vertrauen entgegengebracht und mich ohne Vorbehalte angenommen“, erinnert sich Melanie Menck gern an diese Zeit zurück.

Als sich in diesem Jahr die Möglichkeit bot, sich beruflich Richtung Parchim zu orientieren, brauchte die junge Mutter einer dreijährigen Tochter keine Sekunde zu überlegen. Tatsächlich schwelte in ihrem Hinterkopf schon länger der unausgesprochene Gedanke: Parchim, das wäre eine Option. Und hier suchte nun die gestandene Logopädin Heidemarie Bolik nach mehr als 40-jähriger Tätigkeit als Sprachtherapeutin in der Eldestadt eine Nachfolgerin für ihre 1992 gegründete eigene Praxis.

Ihre ersten Arbeitstage in Parchim verliefen so, wie es sich Melanie Menck erhofft hat: „Ich bin hier sehr offen und herzlich begrüßt worden.“ An ihrem Beruf schätzt die Logopädin vor allem, dass sie sich jeden Tag immer wieder ganz individuell auf neue Menschen einstellen muss. Das erfordere viel Gespür. Aber gerade darin sieht sie auch ihre persönliche Stärke. Zu ihren Patienten gehören zum Beispiel Erwachsene, die nach einem Schlaganfall, einer Krebserkrankung oder als Folge von Parkinson auf eine logopädische Behandlung angewiesen sind.

Gleichermaßen erfüllend findet sie die Arbeit mit ihren jüngsten Patienten. Zu sehen, wie Kinder durch eine frühzeitig einsetzende gezielte Therapie eine Sprachent-wicklungsstörung überwinden oder den selbstbewussten Umgang mit dem Handicap lernen, bereitet ihr große Berufsfreude. Der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, sei natürlich auch durch das familiäre Vorbild geprägt worden: „Meine Schwester ist Erzieherin in Lübz, meine Mama Lehrerin in Parchim. Wie sie ihren Beruf lebt, davor habe ich großen Respekt“, gesteht Melanie Menck.

Ihre Praxis in Schwerin, die sie auch weiterhin als Inhaberin führt, hat die Logopädin in neue fachliche Leitung übergeben. Derzeit pendelt sie täglich zwischen Parchim und der Landeshauptstadt, wo sie ihrem Kind auch das vertraute Umfeld in der Kita bewahren möchte. „Doch ich träume davon, eines Tages nur noch mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können. Die kurzen Wege in einer Stadt wie Parchim sind einfach zu verlockend“.

Ein Umzug irgendwann in die „alte Heimat“ scheint für Melanie Menck also nicht ausgeschlossen. „Parchim ist für mich gleichbedeutend mit Familie. Ich habe hier eine super Familie.“
 

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erstellt am 14.Okt.2016 | 05:20 Uhr

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