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Parchimer Zeitung

23. März 2017 | 09:18 Uhr

Siggelkower mit eigenem Werk : Neulandgewinner auf der Buchmesse

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Siggelkower berichtet über Erfahrungen als Zukunftsgestalter. Publikation des Links Verlages wird in Leipzig präsentiert

Die Einladung zur Leipziger Buchmesse, die vom 23. bis 26. März u.a. zu 3400 Veranstaltungen, darunter 1500 Lesungen lockt, macht Dr. Heinz Niemann aus Siggelkow ziemlich stolz. „Es ist ja wie ein Ritterschlag“, meint der 78-Jährige. Und er wird nicht nur als literaturbegeisterter Besucher, sondern als Mitautor eines druckfrischen Buches in die Messestadt reisen. Der Ch. Links Verlag ist mit seiner jüngsten Publikation unter dem Titel „Neuland gewinnen – Die Zukunft in Ostdeutschland gestalten“, vertreten. Herausgeber Andreas Willisch (Biobauer und Soziologe), Landschaftsarchitektin Siri Frech sowie Soziologin Babatte Scurrell haben als Mentorinnen das Programm „Neulandgewinner“ der Robert Bosch Stiftung begleitet und mit ihrem Buch eine Art Zwischenbilanz schwarz auf weiß und reich bebildert vorgelegt. Zu den 24 Akteuren vor Ort von Sachsen bis Mecklenburg-Vorpommern gehören aus der Parchimer Region auch Klaus Hirrich von der Werkstatt des guten Lebens in Wangelin, Claudia Stauß aus dem einstigen Musterdorf Mestlin und Heinz Niemann von der Initiative Zukunft für Siggelkow.

Bürgermeisterin Angelika Lübcke und Dr. Heinz Niemann nahmen 2012 das Neuland-Logo für die Gemeinde Siggelkow entgegen.
Bürgermeisterin Angelika Lübcke und Dr. Heinz Niemann nahmen 2012 das Neuland-Logo für die Gemeinde Siggelkow entgegen.
 

„Es häuften sich düstere Prognosen von Demografie-Experten und Politikern. Es wurde dazu aufgerufen, den demografischen Wandel als Chance zu begreifen. Nicht mehr ausgelastete Infrastruktureinrichtungen sollen rückgebaut werden“, erinnert Dr. Niemann an die Situation im Jahr 2011 in seiner Heimatgemeinde Siggelkow. „Die immer ernster gemeinte Frage lautete: Wer wird denn wohl als Letzter das Licht ausmachen?“ Den Frauen der Seniorensportgruppe platzte der Kragen: Dies hier ist unsere Heimat, die wir von unseren Vorfahren übernommen und selbst mitgestaltet haben. Freiwillig gehen wir hier nicht weg! Sie sprachen Dr. Heinz Niemann und vielen aus der Seele. Auf einer Einwohnerversammlung vor fast vier Jahren, an der 114 Bürger teilnahmen und auf der rund 100 Vorschläge eingebracht wurden, war der Impuls, um die Zukunft selbst zu gestalten. Das hat auch die Jury der renommierten Robert Bosch Stiftung überzeugt. Mit einem inhaltlich anspruchsvollen und finanziell attraktiven Förderprogramm bekamen die Siggelkower für zunächst zwei Jahre Unterstützung.

In der Arbeitsgruppe „Älter werden in Siggelkow“ ziehen inzwischen viele an einem Strang.
In der Arbeitsgruppe „Älter werden in Siggelkow“ ziehen inzwischen viele an einem Strang.
 

„Die Stimmung hat sich verbessert. Die Zweifler sind weniger geworden und die Bürger fühlen sich mit ihren Sorgen ernst genommen“, gehört zu Dr. Niemanns Erfahrungen. „Ich gebe zu, es erfüllt mich mit tiefer Freude und auch Stolz, wenn ich Augenblicke genießen darf, die zeigen, wie wichtig und richtig die bisherigen Kraftanstrengungen waren und welche positiven Veränderungen gemeinsam Arbeit erreicht worden sind“, schreibt Dr. Niemann in dem Buch. Auch im Umland der Neulandgewinner sei ein sozialer Mehrwert entstanden, der neue Initiativen und Impulse auflöst. Für ihn ist es ein mutiger Schritt, sich nicht länger mit der Verwaltung des Mangels aufzuhalten, sondern nach neuen Wegen zu suchen.  

 

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erstellt am 15.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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