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Parchimer Zeitung

05. Dezember 2016 | 01:28 Uhr

Suckow : Neuer Anschluss für gutes Wasser

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Rund sieben Kilometer Leitungen werden gelegt, um die Region Suckow an das Wasserwerk in Herzfeld anzuschließen

Kräftige Investition in gutes Trinkwasser für die Bürger in der Region Suckow/Marnitz: Für rund 1,4 Millionen Euro baut der Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV) Parchim/Lübz den Anschluss für rund 1200 Einwohner aus dieser Region an das Wasserwerk Herzfeld. Dazu gehören allein rund sieben Kilometer neue Versorgungsleitungen. Derzeit wird in und rund um Marnitz gebuddelt.

Das Wasserwerk in Suckow, das auch umliegende Gemeinden versorgt, soll außer Betrieb genommen werden. Am Standort der dortigen Brunnen gibt es zu wenige Schutzschichten, um das Wasser vor Einträgen durch die Landwirtschaft zu schützen, erklärt Lothar Brockmann, Geschäftsführer des WAZV. Noch werden die Grenzwerte eingehalten. Allerdings wurde in einem Brunnen der künstliche Zucker Cyclamat gefunden. Auch Metabolite, Abbaustoffe von Pflanzenschutzmitteln, sind im Suckower Rohwasser, ebenso wie Spuren von Uran. Die Belastungen wurden von Jahr zu Jahr höher.

Da die Deckschichten in Suckow zu schwach sind, stand der Versorger vor der Aufgabe, entweder eine andere Wasserfassung zu finden oder die Region an ein bestehendes Wasserwerk anzuschließen. Eine mögliche andere Fassung mit Rohwasser wäre einige Kilometer entfernt gewesen, sagt Brockmann. Dort zu erschließen, wäre ebenfalls sehr aufwendig gewesen, wozu auch die Einrichtung eines Trinkwasserschutzgebietes gehört hätte. Es fiel stattdessen die Entscheidung für den Anschluss an das gut ausgebaute Wasserwerk in Herzfeld, das über eine sichere Rohwasserfassung verfügt. Es gab keinen kostengünstigere Alternative, erklärt Brockmann.

Weil es die Probleme mit dem Grundwasser in Suckow gibt, fördert das Land die Investition mit rund 470 000   Euro. „Die Investition hätten wir auch gemacht, wenn wir keine Fördermittel bekommen hätten“, sagt Brockmann. „Sie war alternativlos.“

Im Frühjahr begannen die umfangreichen Arbeiten. Die neuen Kunststoffrohre, die das Herzfelder und Suckower Netz verbinden, sind von unterschiedlicher Dimension – von einem Innendurchmesser zwischen fünf bis zu 22,5 Zentimeter. Ein Ingenieurbüro, das den gesamten Leitungsbestand des WAZV dokumentiert hat, hat die Dimensionen, berechnet. Wie SVZ erfuhr, dürfen die Rohre keinesfalls überdimensioniert sein. Denn wenn das Wasser nicht schnell genug fließt, hat das Auswirkungen auf die Qualität.

Für den Anschluss des Suckower an das Herzfelder Netz wird neben den Leitung en auch eine zusätzliche Druckerhöhungsstation bei Poltnitz errichtet. Der Bau hat kürzlich begonnen.

Insgesamt geht die Investition zügig voran. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Bauablauf“, so Brockmann. Man habe viel Glück gehabt – von der guten Planung bis zum guten Bauwetter.

Wenn der Winter beim Bauablauf keinen Strich durch die Rechnung macht, sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Voraussichtlich zum 1. Januar 2017 wird das Wasserwerk in Suckow stillgelegt, erfuhr SVZ aus dem WAZV. Die Werte über ihr neues Trinkwasser können die Suckower schon jetzt auf der Internetseite des Zweckverbandes anhand des Herzfelder Wasserwerks erfahren. Sie werden auch in der ersten Ausgabe des Mitteilungsblattes des Zweckverbandes für 2017 veröffentlicht, der an die Haushalte verteilt wird, sagt Brockmann.

Perspektivisch plant der Zweckverband den Bau einer Versorgungsleitung zwischen Zachow und Siggelkow. Damit werden einmal die Netze der Wasserwerke Herzfeld und Kreien verbunden. So lässt sich bei einem Störfall eines der Werke eine Notversorgung herstellen.

 

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erstellt am 19.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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