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Parchimer Zeitung

30. September 2016 | 18:53 Uhr

Parchim : Naturschutz sichert Lebensraum

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Parchimer Nachwuchsakademie startete ins Herbstsemester. Etwa 50 Jugendliche bei der Vorlesung „Artenvielfalt ist Lebensqualität“.

Zwei Wochen nach Schulstart begann am Dienstag das Herbstsemester an der Parchimer Nachwuchsakademie (PaNAk), an der sich Mädchen und Jungen aus der Region Zusatzwissen einholen können. Im Friedrich-Franz-Gymnasium nahmen am Nachmittag etwa 50 Jugendliche im B-Gebäude Platz und hörten einen Vortrag unter der Überschrift „Artenvielfalt ist Lebensqualität“. Die Thematik knüpfte an Referate aus vergangenen Semestern an, so stand zuletzt auch die Verschmutzung des Meeres auf dem Vorlesungsplan. Durch die erste Vorlesung im neuen Semester führte nach einem kurzen Grußwort von Gründungsvater Prof. Dr. Bernd Klausch, der Naturschützer Walter Kintzel.

Der ehemalige Biologielehrer stimmte mit einem Zitat des Schriftstellers Berthold Brecht ein: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“. Mit dem bekannten Spruch verbinde der Naturschützer das steinzeitliche Nutzverhalten des Menschens, erklärte er den Schülern. „Artenvielfalt bedeutete für den damaligen Menschen Lebensqualität, da Tiere und Pflanzen nicht nur Grundlagen seiner Nahrung waren, sondern er sie auch zum Herstellen von Kleidung und Heilmitteln brauchte“, erzählte der Experte. Natürliche Ressourcen aus Flora und Fauna seien auch heutzutage überlebenswichtig, daher sei es umso erforderlicher, mit der Umwelt sorgsam umzugehen. Schließlich wies Kintzel seine jungen Zuhörer auf die Erholsamkeit in der Natur hin, die jeder bei einem Waldspaziergang hautnah erleben könnte. Neben dem Reichtum an Sauerstoff ist der antibakterielle Wirkstoff Phytonzid, ein etherisches Öl, im Wald zu finden. Dieses Wundermittel beeinflusse andere Organismen positiv, da es auf natürliche Weise Schädlinge bekämpft. „Eine abwechslungsreiche Tier- und Pflanzenwelt hat für Erholungssuchende einen besonderen Effekt. Naturschutz sichert die Räume, in denen man Gesundheit und Erholung sucht“, sagte der Biologe. Anschließend referierte Kintzel über naturgeschützte Baumarten wie die Eiche und präsentierte heimische Vögel und Pflanzen, die er mitunter selbst bei seinen zahlreichen Exkursionen fotografierte.

„Ich habe gelernt, dass junge Leute wie wir, aber auch Erwachsene mehr auf die Natur Acht geben sollten. Alle können mithelfen, die Natur zu schützen, zum Beispiel bei der Müllentsorgung“, sagte Natalie Lappe, Schülerin der achten Klasse. Mädchen und Jungen aus sieben verschiedenen Schulen der Region besuchten die PaNAk-Vorlesung, um sich neben dem regulären Unterricht weiterzubilden.

Seit 2012 gibt es die PaNak, im vergangenen Jahr knackten etwa 1000 Besucher bei insgesamt acht Vorträgen den Teilnehmerrekord. Im Frühjahrssemester 2016 hörten 250 Kinder den Vorlesungen zu. Das Projekt ist eine Initiative von dem Förderverein des Asklepios Klinik Parchim, der Parchimer Bürgerstiftung, der Schweriner Volkszeitung, der Stadtwerke Parchim, der Sparkasse Parchim-Lübz und des Kreisjugendrings Ludwigslust-Parchim. Die Vorlesungen in den kommenden Monaten zeugen von Themenvielfalt: so geht es demnächst u.a. um Lebensmittelherstellung, Technik, Journalismus, Finanzwelt und Naturkatastrophen. Da wie üblich an Hochschulen, wissenschaftliche Exkursionen zur Forschung dazugehören, finden in diesem Semester wieder Ausflüge statt. Am Sonnabend veranstaltet die PaNAk einen Wandertag zum Ozeaneum in Stralsund. Bei der bis zum letzten Platz ausgebuchten Fahrt in die Ostseestadt erfahren die Kinder mehr zum Thema Naturschutz. Diesmal mit Blickrichtung auf die Artenvielfalt des Meeres.


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erstellt am 21.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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