zur Navigation springen

Parchimer Zeitung

27. September 2016 | 05:36 Uhr

Amtsgericht Parchim : Machte Retter Menschenversuche?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Staatsanwaltschaft klagt Rettungsassistenten an / Private Rettungsschule reagierte sofort / Außenstelle Schloss Daschow geschlossen

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat einen 41-jährigen Rettungsassistenten aus Bad Doberan wegen des Verdachts der achtfachen Körperverletzung, darunter in einem Fall wegen gefährlicher Körperverletzung, sowie des Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz beim Amtsgericht Parchim angeklagt.

Der Angeschuldigte soll als Dozent an der privaten Rettungsassistentenschule in Schloss Daschow bei Lübz im Sommer 2013 an Kursteilnehmern mit verschreibungspflichtigen Medikamenten Versuche durchgeführt haben.

Diese führten dazu, dass Kursteilnehmer unter anderem das Bewusstsein oder partiell die Erinnerung verloren hatten, unter Kopfschmerzen litten sowie im Unterrichtsraum eingeschlafen waren. In einem Fall soll der Angeschuldigte Versuche mit einem Defibrillator an einem Kursteilnehmer unternommen haben, der danach über starke Schmerzen klagte.

Ferner wird dem Angeschuldigten vorgeworfen, aus einem Tresor im Büro des Lehrgebäudes 5000 Euro entnommen sowie diverse Personalunterlagen, die Prüfungsdokumentation der Rettungsassistentenprüfungen und weitere Unterrichtsmaterialien an sich genommen zu haben. Der Angeschuldigte wurde deshalb auch wegen des Verdachts des Diebstahls sowie einer dazu tateinheitlich begangenen Urkundenunterdrückung angeklagt.

Der 41-Jährige ist nach Aussagen des Geschäftsführers André Müller gleich nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus der Rettungsschule der medakademie Berlin GmbH entlassen worden. Die medakademie betrieb im Schloss Daschow eine Außenstelle, die aber ebenfalls geschlossen wurde. In der Region wurde die Schule bekannt durch ihre großen Übungen, auch im Zusammenwirken mit Freiwilligen Feuerwehren.

Bei dem o.g. Sachverhalt handelt es sich nicht um eine Einrichtung des Landes, der Kommune oder eines Leistungserbringers im Rettungsdienst (z.B. Hilfsorganisationen wie ASB, DRK o.ä.), sondern um eine private Einrichtung. Die Beteiligten im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst des Landkreises Ludwigslust-Parchim stehen zu dieser Einrichtung oder dem besagten Dozenten in keinerlei Geschäftsbeziehung und sind mit dem Sachverhalt nicht in Verbindung zu bringen.


zur Startseite

von
erstellt am 26.Jun.2014 | 20:08 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen