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Parchimer Zeitung

27. September 2016 | 20:57 Uhr

Unternehmerverband Ludwigslust-Parchim : Lorenz Caffier: „Wir machen das“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Innenminister Gastredner beim Neujahrsempfang des Unternehmerverbands Ludwigslust-Parchim. Intelligente Flüchtlingspolitik gefordert

Eine deutliche Reduzierung der Flüchtlingszahl, aber keine feste Obergrenze. Eine Grenzschließung nur als Ultima Ratio. Deutliche Enttäuschung über das Versagen der EU-Flüchtlingspolitik, dafür die Forderung nach einer intelligenten deutsche Politik, starker Staat inklusive. Mit deutlichen Worten markierte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vor mehr als 200 Unternehmern seine Lösungen der Flüchtlingsfrage.

Den Brief der Merkel-Rebellen hätte Caffier nicht unterschrieben. Allerdings ist der Innenminister auch nicht der Mann, der Selfies mit Flüchtlingen macht. Und so sagt er: „Es kommt mir vor, als wenn Mekka in Deutschland läge. Wir schaffen es nicht noch einmal, eine Million Flüchtlinge aufzunehmen.“ Die Hauptlast tragen die Kommunen. Caffier: „Ich weiß, dass die Kanzlerin das auch weiß.“

Zu bewältigen sei die Lage im Jahr 2016 erstens nur, wenn der Zustrom „erheblich reduziert“ werde. Zweitens sei die Flüchtlingswelle eine europäische, gar internationale Aufgabe. Und drittens hätten „alle, die hierher kommen, unseren Rechtsstaat und unser Wertesystem in Gänze“ zu akzeptieren. MV sei bisher das Vorzeigeland, was die Versorgung von Flüchtlingen angehe. Deshalb ist der Innenminister optimistisch und wandelt die Merkelsche Losung: „Wir machen das.“

Allerdings fragt sich Caffier angesichts der Verweigerung besonders der osteuropäischen Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen, ob „das überhaupt noch unsere Partner“ seien. Der Innenminister: „Wenn ihr nur in die EU eingetreten seid, um eure Finanzlage zu verbessern, habt ihr euch den falschen Verein ausgesucht.“

Caffier plädiert für ein Szenario ohne EU-Lösung, für eine intelligente deutsche Flüchtlingspolitik: Engagement in Krisenregionen, Patenschaften der Bundesländer für Flüchtlingslager in den Krisenregionen, Anreize senken, beschleunigte Bearbeitung der Anträge, schnellere Abschiebung. Deutschland habe sich auch personell zu lange auf Schönwetterlagen eingestellt und müsse jetzt auch die Zahl der Polizisten aufstocken.

Der Neujahrsempfang des Unternehmerverbands (UV) Ludwigslust-Parchim ist traditionell das erste gesellschaftliche Großereignis des Jahres und findet in der Kreisstadt-Zentrale der Sparkasse Parchim-Lübz statt. Der Unternehmerverband hat bei seinen Mitgliedsfirmen angefragt, ob sie für Flüchtlinge mit Bleiberecht Arbeitsplätze anbieten können. „Arbeit ist der beste Weg zur schnellen Integration“, ist Regionalleiter Wolfgang Waldmüller überzeugt. Immerhin 41,5 Prozent der befragten Unternehmen, wären generell bereit, Flüchtlinge einzustellen. 27,5 Prozenten würden Praktikumsplätze schaffen, 31 Prozent Ausbildungsplätze und 41 würden Arbeitsplätze bereitstellen, Sprachkenntnisse und Wille vorausgesetzt.

Mit 600 Unternehmen im Gesamtverband und 280 Mitgliedsfirmen allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist der UV laut Waldmüller die „größte freiwillige Wirtschaftsvereinigung“. Allein 2015 seien 40 neue Mitglieder hinzugekommen. „Wir sind in beiden Altkreisen gleichermaßen präsent und der stärkste Regionalbereich im Unternehmerverband“, betont der Regionalleiter. 

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erstellt am 21.Jan.2016 | 10:10 Uhr

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