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Parchimer Zeitung

11. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

MS Mecklenburg : Kreuzfahrtschiff sorgt für Ärger

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Nachdem es in den vergangenen Jahren mehrfach technische Probleme bei der MS Mecklenburg gab, setzte sich die Pannenserie bis zur letzten Fahrt fort

Zum vorerst letzten Mal hat die MS Mecklenburg unterhalb der Parchimer Schleuse im goldenen Herbst für einen Tagesstopp fest gemacht. Das rustikale Flusskreuzfahrtschiff, dass unter holländischer Flagge seit Jahren regelmäßig von Berlin nach Schwerin schippert und dabei u.a. auch in Lübz und Parchim anlegt, um den Passagieren Land und Leute näher zu bringen, sorgte wieder einmal für handfesten Ärger. „Gäste sind auf der Elde-Müritz-Wasserstraße stets willkommen, aber so geht es  nicht“, sagt David Borchert, Chef der Parchimer Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg und fügt hinzu „nicht auszudenken, wenn sich größere Mengen Kraftstoff auf der Wasserstraße stromabwärts verteilen“.

Nachdem es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach technische Probleme bei der MS Mecklenburg gab, setzte sich die Pannenserie bis zur letzten Fahrt fort. Mitte September wurde unterhalb der Schleuse Banzkow in Richtung Eldedreieck plötzlich ein Ölfilm entdeckt. Die MS Mecklenburg war als Verursacher schnell ausgemacht (wir berichteten). Zahlreiche Feuerwehren mussten ausrücken, um eine Ölsperre auszulegen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt verfügte eine Schifffahrtssperre für die Störwasserstraße ab Banzkow. Doch selbst die Anzeige der Wasserschutzpolizei wegen des Verdachts einer fahrlässigen Gewässerverunreinigung – ein falsch eingestelltes Absperrventil hatte zum Überlaufen des Treibstoffs geführt – verfehlte offenbar ihre Wirkung. Schon wenige Tage später, nun auf der letzten Tour der Saison, gab es ein weiteres  Desaster. Nach Tankstopp in Malchow sorgte die Besatzung der MS Mecklenburg in Plau erneut für einen Zwischenfall. Wieder mussten die Kameraden der Feuerwehr ausrücken, um ausgelaufenen Diesel zu beseitigen. „Bleibt nur zu hoffen, dass sich so etwas künftig nicht wiederholt“, meint David Borchert.

Schleusenbetrieb bis zum 30. NovemberNach einem eher durchwachsenen Sommer haben viele Wassersportler den Goldenen Herbst genutzt, um in Ruhe die Natur zu genießen. Von heute an bis zum 30. November sind die Schleusen zwar von 9 bis 15.45 Uhr verkürzt geöffnet, aber Fahrten sind weiter möglich. Rechnen müssen die Skipper aber mit Sperrungen, da vor allem Brückenbauarbeiten für die A 14 (unterhalb von Grabow) und in Neuburg Einschränkungen bringen. „In der letzten Novemberwoche soll der Elde-Müritz-Kanal aber durchgängig befahrbar sein, damit vor allem Charterunternehmen die Boote ins Winterquartier bringen können“, so der Parchimer Außenbereichsleiter.

Nach Ende der Saison starten die planmäßigen Sanierungs- und Reparaturarbeiten. Noch vor Weihnachten wird die Parchimer Stadtschleuse trockengelegt. „Im sechsjährigen Rhythmus werden alle Schleusen einer gründlichen Kontrolle unterzogen. Nun ist die Schleuse quasi vor der Haustür der Schifffahrtsverwaltung an der Reihe“, so David Borchert. Obwohl dieses Wasserbauwerk sich in einem guten Zustand befindet, wird sich erst nach Ablassen des Wassers zeigen, ob alle Dichtungen in Ordnung sind und das Mauerwerk keine Risse aufweist. „Jede Schraube wird unter die Lupe genommen“, sagt der Experte. Im Frühjahr steht die Schleuse Neuburg auf dem Plan und im  Winter 2017/18 ist dann die Wartung der Schleuse in Lübz fällig. Das es am Eldekanal immer mal wieder eine Überraschung gibt, wurde erst kürzlich sichtbar. Bei der Begehung der Dämme wurden unterhalb von Parchim zwei gewichtige Granaten entdeckt. Doch der Munitionsbergungsdienst gab Entwarnung. Von ihnen ging keine Gefahr mehr aus.

Ein  weiterer Schwerpunkt bleibt in den Winterwochen die Holzung an den Dämmen der Elde-Müritz-Wasserstraße. Betroffen sind Abschnitte zwischen Bobzin und Barkow und  unterhalb von Parchim. Auch einzelne Bäume müssen weichen. Diese Arbeiten sind mit den Naturschutzbehörden abgestimmt und werden vor der Brutzeit der Vögel beendet sein. Mit dem Biber, der sich hier längst wieder heimisch fühlt, habe man sich engagiert, so Borchert.

Für Unruhe haben bei den Wassersportlern in diesem Sommer die Pläne des Bundesverkehrsministers gesorgt, eine Maut einzuführen. Befürworter und Kritiker streiten, ob dies Sinn macht. „Übereinstimmung gibt es, dass die Elde-Müritz-Wasserstraße für den wachsenden Tourismus eine Lebensader ist, die Priorität genießt“, sagt David Borchert.

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erstellt am 03.Okt.2016 | 12:07 Uhr

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