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Parchimer Zeitung

26. September 2016 | 09:04 Uhr

Psychische Erkrankungen : Jede Woche kommen neue Klienten

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Dienst im Gesundheitsamt berät Betroffene und Angehörige über Behandlungsmöglichkeiten von psychisch Kranken.

Die Eltern sind ratlos. Ihr Sohn schottet sich immer mehr ab. Zu einem Gespräch mit den Erwachsenen ist der Heranwachsende kaum bereit. Dafür äußert er plötzlich Vorwürfe: Als der Vater Gras mäht, wirft sein Sohn ihm „Mord an der Natur“ vor. Er solle sofort damit aufhören, fordert der Junge vom Vater.

Nur ein Beispiel, mit dem Dr. Sven Ribback, Chef vom Sozialpsychiatrischen Dienst beim Gesundheitsamt in der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim, zu tun hat. Der Dienst berät Betroffene und Angehörige über Behandlungsmöglichkeiten von psychisch Kranken.

„Es hat zugenommen in den letzten zwei Jahren“, sagt Ribback. „Wöchentlich kommen neue Klienten hinzu. Jede Beratung unterliege der Schweigepflicht.

In dieser Abteilung suchen viele Angehörige von Demenzkranken oder psychisch Kranken Hilfe. Die Psychose komme plötzlich, sagt Dr. Sven Ribback, Vorzeichen gebe es kaum. Demenz entstehe langsam. Aber die Vorzeichen werden oft nicht wahrgenommen.

Neben der Beratung von Erwachsenen ist der Sozial-psychiatrische Dienst auch Fachaufsicht für niedergelassene Heilberufe. „Wir überprüfen die formelle Zulassung, ob alle Zertifikate vorliegen“, so Ribback. Aber der Dienst stelle diese Zertifikate natürlich nicht aus. „Über die Wirkungsweise und den Sinn urteilen wir nicht.“

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es die verschiedensten Angebote für psychisch kranke Menschen. Dazu zählen beispielsweise Tageskliniken in Ludwigslust, Parchim und Sternberg. Hier verbringen Betroffene den Tag mit unterschiedlichen Therapien und sind am Abend wieder bei ihren Familien, erklärt Psychiatriekoordinatorin Kathrin Eisentraut.

Informationen und Beratungen zu psychischen Krankheiten und entsprechenden Hilfsmöglichkeiten können Betroffene nicht nur im Fachdienst in der Kreisverwaltung in Ludwigslust und in Parchim bekommen.

Weitere Hilfen sind auch Tagesstätten, Werkstätten für behinderte Menschen, Hilfen zum selbstständigen Wohnen, Kontakt- und Beratungsstellen von unterschiedlichen freien Trägern. Auch die Suchthilfezentren gehören dazu.

In den Wochen der Gemeindepsychiatrie, die vom 10. bis 21. Oktober im Landkreis geplant sind, sollen Interessenten die Gelegenheit haben, sich näher mit diesem Thema zu befassen.

Eine Ausstellung mit Bildern und Zeichnungen von psychisch kranken Menschen ist beispielsweise in der Kreisverwaltung an den Standorten Ludwigslust und Parchim während der zwei Wochen zu sehen. Die Bibliotheken in Parchim, Ludwigslust und Hagenow beteiligen sich mit Thementischen. Während der Wochen der Gemeindepsychiatrie werden Bücher und DVDs zum Thema „psychisch krank“ ausgestellt. Gleichzeitig können sich Interessenten informieren, wo es in der Nähe Hilfsangebote für Betroffene, Angehörige gibt. In den Kinos Boizenburg, Ludwigslust und Parchim werden Filme gezeigt. Es gibt Informationsveranstaltungen zum Pflegestärkungsgesetz in Parchim und Hagenow. Einen Tag der offenen Tür planen die Lewitz-Werkstätten

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erstellt am 20.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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