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Parchimer Zeitung

03. Dezember 2016 | 05:42 Uhr

Parchim : Jäger erklären Kindern den Wald

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Ehrenamtliche Naturpädagogen organisieren Unterricht für 45 Mädchen und Jungen der Kita Kinderland.

Ehrenamtlicher Einsatz von drei Jägerinnen und Jägern am Parchimer Sonnenberg: Die ausgebildeten Naturpädagogen Katja Mentzel aus Siggelkow, Jörg Ziegler aus Zachow und Annerose Ellwitz aus Vorpommern erklärten gestern 45 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren aus der Parchimer Kindertagesstätte „Kinderland“ den Wald.

Der Kontakt kam über Gisela Engelhard aus Siggelkow zustande. Sie war bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben im Sommer Erzieherin an der Parchimer Kita und warb ihr Sportfreundin Katja Mentzel für die Aktion. Denn sie ist eine über den Deutschen Jagdverband ausgebildete Naturpädagogin und als solche auch in der Kindertagesstätte in Siggelkow aktiv.

Mit einem Sonderbus fuhren die Kinder aus der Parchimer Weststadt zum Start der Waldtour nach Slate. Das Geld für die Busfahrt hatte sich die Kita selbst erarbeitet durch verschiedene Basare, erfuhr SVZ von den Erzieherinnen. Raus aus der Weststadt und hinein in den Wald, das findet Erzieherin Gabriela Neupauer wichtig für die Kinder, von denen viele übrigens nicht in Deutschland aufgewachsen sind: „Man braucht nicht viel Spielzeug, um die Natur zu erleben.“ Zweimal hatte der Kindergarten in diesem Jahr bereits Waldausflüge unternommen. Das dritte Mal passierte das jetzt unter Führung der Jäger. Das Kita-Team sei den Naturpädagogen dankbar, sagt Neupauer. Mit Katja Mentzel gebe es Gespräche für regelmäßige Veranstaltungen im Kindergarten.

Die drei Jäger hatten sich zusammen mit anderen über den Deutschen Jagdverband speziell für die pädagogische Arbeit schulen lassen – auch mit dem Ziel, Vorurteile über die Jagd abzubauen. Der pensionierte Tierarzt Jörg Ziegler ist am längsten von dem Trio als Naturpädagoge unterwegs. Im vergangenen Jahr wurde für 320 Kinder Naturunterricht geleistet, berichtet er.

Mit bis zu 20 Kindern lässt sich am besten in den Gruppen arbeiten, so Jörg Ziegler. Das war auch der Grund, dass sich gestern mehrere Naturpädagogen mit drei Gruppen auf den Weg machten. Die Jäger hatten einiges Anschauungsmaterial in ihren Kofferraum gepackt – bis hin zu präparierten Tieren und Handpuppen.

Die aus Vorpommern angereiste Annerose Ellwitz war sogar auf einen möglichen Regentag mit Unterricht in den Kita-Räumen eingestellt. Die frühere Berufsschullehrerin hatte sich natürlich für den Tag ein Konzept gemacht, bei dem sie auch jederzeit variieren konnte. Ihr Repertoire ist vielseitig. Beliebt ist u.a. ein Spiel mit den Kindern, wie weit Waldtiere im Vergleich zu den Kleinen springen können. Bei Schulkindern kommt z.B. auch das an: Wenn drei zehnjährige Kinder mit ausgestreckten Armen einen mächtigen Baum umfassen und ihre Hände einander fassen können, dann ist dieser Baum rund 300 Jahre alt, erklärt Annerose Ellwitz.

Da eine ganze Reihe der gestern teilnehmenden Kinder nur schlecht Deutsch verstand, galt es für die Naturpädagogen, sehr viel mit den Sinnen erlebbar zu machen.


Lernort Natur


• Unter dem Titel „Lernort Natur“ bietet der Deutsche Jagdverband Natur- und Umweltbildung für Kindergärten, Schulen und andere Interessiert an.

• Ehrenamtlich tätige Jägerinnen und Jäger bieten Möglichkeiten, Natur hautnah zu erleben.

• Informationen:

www.jagdverband.de

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erstellt am 17.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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