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Parchimer Zeitung

09. Dezember 2016 | 12:39 Uhr

Groß Niendorf : Frischzellenkur für Windräder

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Groß Niendorfer Anlagen sollen ersetzt werden. Planungsverfahren läuft . Betroffene können jetzt dazu ihre Bedenken äußern.

Debatte um neue und höhere Windräder in Groß Niendorf: Investoren wollen den Park modernisieren. Die Gemeindevertretung Zölkow ist mehrheitlich dafür. Allerdings haben sich viele Einwohner von Groß Niendorf mit ihren Unterschriften gegen Windräder ausgesprochen.

Seit dem Jahr 2000 gibt es den Windpark Groß Niendorf, erklärt Wolfgang Hinz, Verwaltungschef im Amt Parchimer Umland. Es sind acht Anlagen mit einer jeweiligen Gesamthöhe von unter 100 Metern. Die Investoren wollen statt der acht alten sechs neue bauen, die dem technischen Standard entsprechen. Geplant haben sie die Windräder mit 85 Meter Nabenhöhe und einem Rotordurchmesser von 82 Metern. Das entspricht einer Gesamthöhe von 126 Metern. Das bedeutet u.a., dass die Windräder beleuchtet sein müssen.

Die Investoren haben bei der Gemeinde den Antrag gestellt, das sogenannte Repowering durchzuführen, erfährt SVZ von Wolfgang Hinz, Verwaltungschef im Amt Parchimer Umland. Es handelt sich zwar um einen ausgewiesenen Windpark, aber im Entwurf zum zukünftigen Regionalplan ist dieser Platz nicht mehr für die Mühlen vorgesehen. Wenn es dabei bleibt, wären die alten Anlagen irgendwann Schrott und könnten nicht ersetzt werden. Die Genehmigung läuft 2020 aus mit einer Option, sie noch zweimal um jeweils fünf Jahre zu verlängern. Ein weiterer Bestand für den Windpark ist indes möglich, wenn er reaktiviert wird, indem die Gemeindevertretung dem Repowering zustimmt.

Das hat das Zölkower Dorfparlament vor. Mehrheitlich beschloss es, eine Änderung des Flächennutzungsplanes zu prüfen. Die Kommune verspreche sich mehr Erträge als von den alten Anlagen, erklärt Zölkows Bürgermeisterin Gudrun Lübbe. „Wir müssen sehen, wie wir über die Runden kommen.“

Der vom Dorfparlament verabschiedete Vorentwurf für die Änderung des Flächennutzungsplanes liegt bis zum 29. November im Amt Parchimer Umland aus. Jetzt können die Einwohner von Groß Niendorf und andere Betroffene sich dazu äußern, sagt Verwaltungschef Hinz.

Im Vorfeld gab es Protest. Der Verein „Groß Niendorf Uns Dörp“ hatte der Gemeindevertretung 132 Unterschriften von Bürgern übergeben, die sich gegen das Repowerin aussprechen. Wie Hinz sagt, wurden alle diese Bürger auf das Auslegungsverfahren hingewiesen und auch auf einen öffentlichen Sprechtag mit Investor Enercon, der sich den Fragen der Bürger stellt. Der Termin fand in dieser Woche statt, wie Jana Priehn aus dem Bauamt sagt. Allerdings seien nur neun Bürger zum Sprechtag gekommen. Jetzt können die Interessenten die Auslegung nutzen. Wer nur pauschal sagt, er sei gegen die Windräder, habe keine Chance bei der Abwägung, sagt Wolfgang Hinz. Die Bedenken müssen begründet werden.

Bei Gesprächen mit dem Investor versuchen die Kommunalpolitiker u.a., dass ein solches Abschreibungsmodell gewählt wird, dass ab dem ersten Jahr Gewerbesteuer gezahlt wird und nicht erst nach 15 Jahren. Auch gibt es Zusicherungen, dass 99 Prozent dieser Gewerbesteuern nach Zölkow fließen.

Ein Repowering von Windkraftanlagen hat es bereits in der Gemeinde Obere Warnow gegeben, erfuhr SVZ. Für die Gemeinde Zölkow mit ihren vielen Windrädern wäre ist es der erste Fall.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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