zur Navigation springen

Parchimer Zeitung

03. Dezember 2016 | 22:53 Uhr

Innovation und Tradition : Fest am Ball in der großen Ofenwelt

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Backofenbau GmbH Parchim: Mecklenburgischer Traditionsbetrieb auch in diesem Jahr wieder auf Trendmesse in Stuttgart vertreten

Für die Backofenbau GmbH Parchim ist die Teilnahme an der alle zwei Jahre in Stuttgart stattfindenden Fachmesse Südback ein Muss, um Kundenkontakte zu pflegen und neue Interessenten auf sich aufmerksam zu machen. Vom 22. bis 25. Oktober präsentiert sich das norddeutsche Unternehmen erneut auf der Fachmesse . Sie gilt als eine der wichtigsten Trendmessen für die Bäcker- und Konditoreibranche in Deutschland. „Im Gepäck“ haben die Parchimer vor allem Bäckereitechnik fürs Handwerk, z. B. Wagenöfen, Etagenöfen sowie die dazugehörenden Kesselanlagen.

Als vergleichsweise kleines Unternehmen in der großen Ofenwelt konnten die Parchimer Backofenbauer auch 2016 wieder ihren soliden Ruf in der Branche, insbesondere als Spezialisten für Thermo-Ölanlagen, behaupten. So konstruieren und bauen sie in diesem Jahr acht Öfen für einen polnischen Auftraggeber, ein weiterer Ofen ist inzwischen nach Österreich verkauft.

Das Rückgrat des Unternehmens bilden 23 Mitarbeiter vom Konstrukteur, über den Mechatroniker und Elektromeister bis hin zum Metallbauer. Das Gros der Belegschaft verfügt über langjährige, teils über 20-jährige Erfahrungen im Metier am Parchimer Standort. Fachkräftenachwuchs ist willkommen: Gute Mechatroniker oder Metallbauer beispielweise können sich realistische Chancen ausrechnen, wenn sie eine Initiativbewerbung im Büro abgeben. Ebenso günstig stehen die Übernahmechancen für den Berufsnachwuchs nach der Ausbildung.

„Jeder in Parchim gebaute Backofen ist ein Unikat. Bei uns gibt es nichts von der Stange“, unterstreicht Sven Mierach. Der 40-Jährige hat zum Jahresbeginn neben seinem Vater Hans-Jürgen Mierach als Geschäftsführer Verantwortung für das Unternehmen übernommen, nachdem Geschäftsführer Horst-Dieter Kukuk nach einem langen, intensiven und über Jahre turbulenten Arbeitsleben in den Ruhestand gegangen ist. Horst-Dieter Kukuk und Hans-Jürgen Mierach haben 1990 den Sprung in eine ungewisse wirtschaftliche Zukunft auf sich genommen und den ehemals volkseigenen Backofenbetrieb als Produktionszweig des damaligen Metallformwerkes privatisiert. Kein heute noch in der Kreisstadt existierender Industriebetrieb kann eine Tradition vorweisen, die soweit zurückreicht wie der Backofenbau – nämlich bis ins Jahr 1874.

Sven Mierach selbst ist seit elf Jahren im Unternehmen tätig. Nachdem der gebürtige Parchimer die Goethe-Real-Schule absolviert und in seiner Heimatstadt eine Berufsausbildung zum Elektroinstallateur abgeschlossen hatte, zog es ihn zunächst für zehn Jahre in die Welt hinaus – als Kraftfahrer im internationalen Verkehr. Doch als das Thema Familie schließlich konkret wurde, fand er es für sich persönlich an der Zeit, sesshaft zu werden und die beruflichen Weichen neu zu stellen. Im Backofenbau hatte er schon während seiner Lehrzeit ausgeholfen. Inzwischen ist Sven Mierach ausgebildeter Elektromeister. Viel gelernt habe er von früheren Kollegen, wie z. B. dem langjährigen Elektromeister Friedhelm Lübeck. Obwohl sie inzwischen im Rentenalter sind, sind ihre Kenntnisse und Erfahrungen heute noch im Unternehmen gefragt.

Sven Mierach schaut weiterhin zuversichtlich nach vorn. Er vertraut auf die Erfahrungen im Backofenbau und bedankt sich bei den Kollegen und „Rentiers“ für die bisher gebrachten Leistungen. Die Auftragsbücher sind für die kommenden Monate wieder gut gefüllt. Vor allem von der Zusammenarbeit mit dem polnischen Kunden erhofft sich das Unternehmen Folgeaufträge sowohl im Klein- als auch im Großofenbereich. Zum Verständnis: Die „Kleinen“ haben eine Backfläche von 5 bis 27 Quadratmeter und kommen in der Regel beim Bäcker um die Ecke zum Einsatz. Die „Großen“ sind für eine Backfläche bis zu 140 Quadratmeter ausgelegt. Der größte jemals in Parchim gebaute Backofen inclusive Gär- und Kühlraum ist im Januar 2015 zu einer Großbäckerei bei Zeitz ausgeliefert worden. Er bringt es pro Stunde auf mehr als 18 400 Brötchen.  

zur Startseite

von
erstellt am 10.Okt.2016 | 03:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen