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Parchimer Zeitung

09. Dezember 2016 | 04:58 Uhr

Parchim : Fachsimpeln im Rathauskeller

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Ortschronisten aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim und aus Schwerin trafen sich erstmals in der Kreisstadt

Heimatgeschichtler hatten am Sonnabend im Parchimer Rathauskeller das Sagen. Erstmals fand in der Kreisstadt die Fachtagung für Ortschronisten des Landkreises Ludwigslust-Parchim und der Stadt Schwerin statt.

Mark Riedel, Vorsitzender vom Parchimer Heimatbund, freute sich über die Aufmerksamkeit für die Stadt. Für ihn und seine Vereinsfreundin Marianne Braun bot es die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Auch stellten die Parchimer am Rande ihre Publikationen zur Heimatgeschichte vor.

Parchims Bürgermeister Dirk Flörke zollte den Chronisten Anerkennung. Durch ihre Arbeit erhalten Menschen ein Gefühl für Geschichte. Flörke berichtete aus seinen Erfahrungen als Geschichtslehrer: In fast allen Schulbüchern sei beim Thema Mittelalter ein Bild von Nürnberg. Diese Stadt ist aber weit weg. Viel besser lasse sich der Stoff durch die Heimatstadt vermitteln, also mit der Geschichte Parchims. Er war immer sehr froh über die Hilfe und Unterstützung des Heimatbundes Parchim, sagte er.

Der Historiker Dr. Reno Stutz aus Rostock organisierte im Auftrag der Stiftung Mecklenburg die Fachtagungen. Die Treffen für die große Region mit dem gesamten Landkreis und der Landeshauptstadt fanden schon in Schwerin und Ludwigslust sowie jetzt in Parchim statt. Damit auch die Ortschronisten aus dieser Region einmal nicht so weite Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen.

Zu treffen waren dann auch einige Hobbyhistoriker aus der Nähe. Dazu zählten beispielsweise aus Neustadt-Glewe Erich-Werner Brandt vom Kultur- und Heimatverein und Ortschronist Gerd Düker.

Viel zu besprechen hatten bereits vor der Fachtagung zwei Männer, die sich für die Geschichte von Lübz interessieren: Reinhard Dudlitz und Dr. Dieter Garling.

Der Berliner Dr. Dieter Garling, der lange Zeit in Lübz gelebt und in der Region Mestlin Ortsgeschichte mit geschrieben hatte, steht vor der Pensionierung und will sich in seiner alten Heimat wieder verstärkt seinem Hobby widmen. Wo seine Passion liegt, verrät seine ehrenamtliche Funktion als zweiter Vorsitzender im Verein für mecklenburgische Familien- und Personengeschichte (MFP). Reinhard Dudlitzt hat in der Denkmalpflege gearbeitet und widmet sich jetzt als Pensionär der Aufgabe, die Chronik in seiner Heimatstadt Lübz zu vervollständigen. Dabei geht es beispielsweise um die Handwerkerschaft. Dudlitzt wertet das Material von Volkszählungen aus. Aus diesem Material ist u.a. zu entnehmen, dass es um 1900 in Lübz eine Musikschule gab. Aus der Zeit des dritten Reiches sind leider die Unterlagen aus den Archiven verschwunden.

Dr. Reno Stutz verweist auf die umfangreiche Rolle der Ortschronisten, die historisch Bedeutsames im Blick haben und mit bewahren helfen. Sie können Tipps geben, wenn Denkmale in Gefahr sind oder wenn ein Nachlass gesichert werden sollte. Deshalb waren auch der Museumsverband und der Landesverband der Archivare am Sonnabend in Parchim, um Ratschläge zu geben.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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