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Parchimer Zeitung

30. Mai 2016 | 04:57 Uhr

Flughafen Parchim : Es wird enger auf dem Airport

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Lufthansa Technik Hamburg betreibt in Parchim eine Außenstelle. Sieben Flugzeuge werden hier derzeit lufttüchtig gehalten

So eng war es lange nicht auf dem Vorfeld des Parchimer Airports. Sieben Passagiermaschinen werden hier derzeit geparkt und gewartet. Und ab und zu gehen sie auch in die Luft.

Der Grund: Parchim ist eine Außenstelle von Lufthansa Technik Hamburg. In den Werfthallen in der Hansestadt werden große Verkehrsflugzeuge von Airbus und Boeing komplett überholt oder mit technischen Neuheiten und Produktverbesserungen ausgestattet. Einige dieser Flugzeuge legen einen Stopp in Parchim ein.

Seit drei Jahren arbeiten die Parchimer mit den Hamburgern zusammen. Im Dezember unterzeichneten beide Seiten einen Fünfjahresvertrag, ist von Eugen Arnstadt, Chef des Parchimer Flughafens, zu erfahren.

In Parchim stehen beispielsweise Maschinen, denen nach einer Einsatzzeit größere technische Maßnahmen bevorstehen oder bei denen ein Leasingvertrag abgelaufen ist und ein neuer Käufer gesucht wird, sagt Arnstadt. Solche Flugzeuge werden, sobald sich ein neuer Interessent gefunden hat, kundenspezifisch umgerüstet. Sie können beispielsweise neue, sparsamere Triebwerke erhalten. Nach der Umrüstung haben die Maschinen mindestens den technischen Standard wie neue Flugzeuge, erklärt Arnstadt. Mindestens - weil auf Kundenwunsch teilweise moderne Komponenten eingebaut werden, die in aktuellen Serienflugzeugen noch kein Standard sind.

Etwa ein halbes Jahr dauert es, bis die Flugzeuge einen neuen Käufer gefunden haben und dann umgerüstet werden. In der Zwischenzeit werden sie nicht etwa eingemottet, sondern „lufttüchtig“ gehalten. Denn das erspart später größere zusätzliche Wartungsaufwendungen. Deshalb unterliegen die Flugzeuge, die auf dem Parchimer Vorfeld stehen, auch einer Non-Stop-Wartung, wie SVZ vom Flughafenchef erfährt. Alles wird gecheckt, u. a. die Elektronik, die Hydraulik und mögliche Leckagen an dieser. So weit möglich werden gleich Teile ausgetauscht. Und die Maschinen starten einmal im Monat in die Luft.

Bis zu zehn Leute sind mit den Arbeiten auf dem Airport beschäftigt, die Hälfte von Lufthansa Technik, die andere Hälfte vom Flughafen Parchim. Das hiesige Team unterstützt die Hamburger beispielsweise mit der Bereitstellung des Außenbordanschlusses für Strom, mit Hubgeräten für die Montage oder durch das Heranfahren von Treppen.

Das Parchimer Bodenteam führt alle Arbeiten durch, die auch bei der Abfertigung anderer Flugzeuge nötig wären. Das reicht bis zum Enteisen vor einem Start. Das hat gleich zwei Vorteile: Die Leute bleiben fit, im Training, so Arnstadt, „und wir bekommen die Leistung bezahlt.“

Lufthansa Technik würde in Parchim gern noch mehr machen, sagt Arnstadt. Sprich auch andere Reparaturen ausführen. Doch vieles ist nicht im Freien möglich, sondern dazu würde ein Hangar benötigt.

Ob es lohnt, einen solchen in Parchim zu bauen, werde noch geprüft. In dem Bebauungsplan, der derzeit für den Flughafen erstellt wird, soll ein Platz für eine solche große Halle mit festgeschrieben werden – und zwar von solchen Ausmaßen, dass darin auch der Riesenflieger A 380 repariert werden könnte bzw. alternativ gleichzeitig vier Flugzeuge vom Typ A 320.

Wie Arnstadt sagt, würde Lufthansa Technik gern weitere Maschinen in Parchim parken und warten, allerdings sei man mit den sieben Flugzeugen ausgelastet.

48 Beschäftigte sind derzeit auf dem Flughafen in Lohn und Brot, ein Teil davon direkt beim Betreiber, der andere Teil bei der Parchim-Wacht, die für Sicherheit und Feuerwehr verantwortlich ist.

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erstellt am 22.Feb.2016 | 06:30 Uhr

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