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Parchimer Zeitung

05. Dezember 2016 | 21:37 Uhr

Stollen-Papst prüft seit 25 Jahren : Ein Plädoyer für den Meisterstollen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Öffentliche Stollenprüfung der Innungsbetriebe in Parchim

Stollen ist nicht gleich Stollen. Kaum jemand weiß es besser als Michael Isensee. Der Mann vom Institut für Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack), das seinen Sitz in Weinheim (an der badischen Bergstraße im Rhein-Neckar-Kreis) hat, ist seit 25 Jahren mit seiner Spürnase landauf, landab unterwegs, um den besten Stollen zu küren. In Fachkreisen besser bekannt als „Stollen-Papst“ und bei Kunden als Kaufratgeber geschätzt, war der 54-Jährige gestern wieder einmal auf Einladung der Bäcker- und Konditoren-Innung Süd-Westmecklenburg in Parchim zu Gast. Die Sparkasse Parchim-Lübz bietet mit dem früheren Ballsaal in ihrer heutigen Hauptgeschäftsstelle als Gastgeber das passende Ambiente. „Es ist einer der schönste Plätze für dieses vorweihnachtliche Event“, freut sich auch Birgit Ludwig, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, die mit ihrem gesamten Team den Prüfern zur Seite stand.

Schon seit Wochen ist Michael Isensee täglich gefordert, um beim Riechen, Tasten und Kosten des Deutschen liebstes Weihnachtsgebäck auf „Herz und Rosinen“ zu testen. In Parchim lagen in diesem Jahr 17 verschiedene Stollen aus acht Innungsbetrieben auf dem Tisch der Prüfer. Für die Bäckereien Degenhardt aus Besitz und Peters aus Ludwigslust war die Teilnahme eine Premiere. „Leider nutzten nicht noch mehr Innungsbetriebe die Chance, um sich mit ihren Produkten dem Wettbewerb und den Käufern zu stellen. Aus Erfahrung kann ich sagen, es lohnt sich“, ist sich der Obermeister der Bäcker- und Konditoren-Innung Roland Görlitz sicher. Dabei gehört diese Innung mit 21 Mitgliedsbetrieben, vier Ehren- und einem Gastmitglied zu den größten in Mecklenburg-Vorpommern. Vor 20 Jahren hat Roland Görlitz die Bäckerei seines Vaters Günter Görlitz in Neu Kalliß übernommen. „Die Stollenprüfung ist ein Plädoyer für den Meisterstollen“, sind sich auch die pensionierten Bäckermeister Günter Görlitz und Helmut Lau, der aus Lübz gekommen war, einig. „Wir müssen die Kunden mit unserer Handwerksqualität überzeugen und jede Möglichkeit nutzen, um für Berufsnachwuchs zu werben. Da spielt auch die öffentliche Stollenprüfung eine wichtige Rolle“, so Roland Görlitz. Mit Alicia Kruppe und Anne-Sophie Möller packten auch zwei Azubis tüchtig mit an, die den Beruf der Fachverkäuferinnen für Backwaren erlernen.

Die vielen Kunden ließen sich die Kostproben schmecken und haben ihren Favoriten gleich vor Ort gekauft. In den kommenden Tagen wird man in den teilnehmenden Bäckereien die Urkunden mit den Testergebnissen sehen.

„Eins steht fest, die Qualität der Stollen wird immer besser. Und im Norden brauchen sich die Meister nicht verstecken“, meint Michael Isensee.  

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erstellt am 30.Nov.2016 | 16:55 Uhr

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