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Parchimer Zeitung

04. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Marnitz : Dreher gesucht wie Nadel im Heu

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Hydraulikpoint: Gut gefüllte Auftragsbücher / Suche nach Fachkräften schwierig / Verlässlicher Partner für regionale Wirtschaft

Seine 73 Jahre sieht man Bernd Sauer wahrlich nicht an. Und noch unglaublicher klingt die Tatsache, dass der agile Mann seit 57 Jahren als Dreher arbeitet. „Vor zwanzig Jahren war ich kurz krank, da ist mir etwas auf den Fuß gefallen, aber ansonsten habe ich nie gefehlt“, erzählt er stolz nimmt die Schiebelehre, misst millimetergenau und macht an seiner Drehbank weiter. Bernd Sauer gehört seit anderthalb Jahren zum Team der Marnitzer Niederlassung der Lüneburger Firma Hydraulikpoint. „Auf Mitarbeiter wie Bernd Sauer kann man nicht verzichten. Einen Dreher der alten Schule findet man so leicht nicht“, gibt Niederlassungsleiter Eckhard Horn zu bedenken. Seit Jahren werden nur noch Automatendreher, die mit CNC-gesteuerten Maschinen umgehen können, ausgebildet. „Doch bei uns sind Dreher gefragt, die ihren Beruf wie Bernd Sauer von der Pike auf gelernt haben“, sagt der Chef. Bislang sei es nicht gelungen, einen passenden Mann zu finden. Dabei  sind die Rahmenbedingungen  in Marnitz für viele sicher verlockend.  Ein Arbeitsplatz  vor der Haustür ist für viele Pendler mitunter wie ein Sechser im Lotto. Für Achim Janetzki, der im benachbarten Suckow zu Hause ist, hat sich mit dem Jobangebot in der Marnitzer Hydraulikfirma ein Traum erfüllt.  Der 57-Jährige musste für den Arbeitsweg bislang täglich 130 Kilometer zurücklegen. Als Straßenmakierer war er bei Wind und Wetter unterwegs. Nachdem er von seinem Sohn Kai (34), der bei Hydraulikpoint in Marnitz von Anfang an dabei ist, von der offenen Stelle gehört hat, griff er sofort zu. „Der Job macht Spaß und ist vielseitig“, freut sich Achim Janetzki.

Niederlassungsleiter Eckhard Horn hofft, dass sich doch noch ein zusätzlicher Dreher finden lässt. Als Partner für Landwirtschaft, Industrie und Bau steht in Marnitz die Reparatur von Zylindern, die bis zu einem Meter groß sein können und in fast jeder Maschine unverzichtbar sind, im Mittelpunkt. Dabei kommt ihnen die mobile Galvanikanlage, die eine hohe Flexibilität bei der Instandsetzung von Kolbenstangen ermöglicht, sehr entgegen. „Wer bei uns erfolgreich arbeiten will, muss technisches Verständnis, räumliches Denken und auch ein gutes Maß an Gelassenheit mitbringen“, meint Eckhard Horn. Das könne allerdings nicht die Zeit der gründlichen Einarbeitung ersetzen. „Zwei, drei Jahre kann das schon dauern“, ist sich das Dreher-Urgestein Bernd Sauer sicher.

Das Maschinenbauunternehmen „Hydraulikpoint“ mit Betriebsteilen in Lüneburg, Dahlenburg und  Marnitz gehört eher zu den kleinen der Branche. Doch ihre Aufträge haben mitunter monumentale Ausmaße. So wurde im Vorjahr für einen  chinesischen Freizeitpark eine  King-Kong-Riesenschaukel  mit Hydraulik aus dem  Familienunternehmen ausgestattet. Auch namhafte Fahrzeug-,  Flugzeug- und Schiffbauer, Betreiber von Windparks und  Biogasanlagen  setzen auf die ausgefeilte Technik.  

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erstellt am 22.Nov.2016 | 20:00 Uhr

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