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Parchimer Zeitung

07. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Sabotage im Maisfeld : „Das ist kein Dumme-Jungen-Streich“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Metallteile im Feld zerstören Maishäcksler. Sachschaden in jedem einzelnen Fall mehrere zehntausend Euro

Die Bauern sind sauer und sprechen schon von Sabotage: Bisher haben unbekannte in der Region Parchim vier Mal mit einem hinterhältigen Trick Maishäcksler beschädigt und dabei Verletzungen von Menschen in Kauf genommen.

„Durch Metallteile in Maisfeldern wurden in den letzten Tagen mehrere Erntemaschinen beschädigt“, bestätigt Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust. Auf Feldern im Bereich des Amtes Goldberg-Mildenitz sowie bei Rom wurden nach Polizeiangaben „Metallstifte an den Pflanzen angebracht“.

Die Landwirte und vor allem die Lohnunternehmen, denen oftmals die Maschinen gehören, sind sauer. Wir sprachen mit einem der Landwirte aus dem Bereich Mestlin – Goldberg, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will. „Das ist sehr großer Schaden, je Maschine bis zu 30 000 Euro“, schimpft dieser und erklärt, dass die Metallteile nicht nur die Maschinen beschädigen, sondern dass „diese Idioten auch die Verletzung von Menschen in Kauf nehmen“.

Schließlich könnten Metallteile durch die Luft fliegen und den Landwirt treffen. Bislang sind es „nur“ die Messerwalzen und die Cracker am Häcksler, die komplett beschädigt werden. Die Schäden sind immens, nicht nur der reine Materialschaden zählt, sondern auch der daraus resultierende Ausfall und der damit verzögerte Ernteablauf. „Wir haben auf Grund der Trockenheit und der vergangenen sehr warmen Tage bereits 14 Tage früher als geplant mit der Ernte begonnen, denn der Mais ist notreif. Und dann diese Ausfälle, wodurch auch Qualitätseinbußen möglich sind“, sagt der Landwirt.

Angesichts der Häufung dieser Vorfälle ist auch der Bauernverband Parchim entsetzt. Jürgen Fokuhl, Vorstandsmitglied des Verbandes, meint, dass „die Grenze zum Kavaliersdelikt bei Weitem überschritten ist, neben hohen Sachschäden kann es auch zu Körperverletzungen durch umherfliegende Maschinenteile kommen. Über die hinter den Anschlägen stehenden Gründe kann man nur spekulieren. „Es muss es sich bei dem Täter um eine verantwortungslose Person handeln, dem sowohl die Gesundheit der Häckslerfahrer als auch die Einkommen der Bauernfamilien vollkommen gleichgültig sind“, so Fokuhl. Allein die vier Fälle in unserer Region verursachen einen Schaden von rund 140 000 Euro.

Der Polizei sind Fälle auch in Nachbarregionen wie Wismar und Nordwestmecklenburg sowie in anderen Bundesländern bekannt. Im benachbarten Schleswig-Holstein sind seit Jahren Maishäcksler das Ziel von Vandalen. Dabei handelt es sich nicht um „Dumme-Jungen-Streiche“, sondern „es ist eindeutig eine Straftat“, sagt Katja Hoppe von der Polizeiinspektion Ludwigslust. Die Polizei ermittelt in den Fällen wegen Sachbeschädigung und bittet um Hinweise zu diesen Vorfällen. Vielleicht sind unbekannte Autos und Personen an den Maisfeldern gesehen worden. Da verschiedene Regionen im Landkreis betroffen sind, werden die Fälle bei der Kriminalaußenstelle in Crivitz erfasst und bearbeitet. Das Motiv der Taten ist derzeit allerdings noch unklar.

 



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erstellt am 30.Sep.2016 | 16:11 Uhr

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