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Parchimer Zeitung

26. September 2016 | 22:44 Uhr

Demonstration : Bunte Bänder als stiller Protest

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

MVgida-Spaziergang fand ohne Gegendemo statt, doch die Aktion „Parchim ist bunt“ agiert trotzdem

Bunte Bänder flattern überall in Parchim an Laternenpfählen und Zäunen – Parchim ist bunt. Des Rätsels Lösung: Statt einer Gegendemo anlässlich des zweiten MVgida-Abendspaziergangs wollen viele Parchimer auf diese Weise ein Zeichen des stillen Protests gegen MVgida setzen.

Viele Menschen seien irritiert darüber, dass es am 9. November keine Gegenveranstaltung gegeben habe, so das Netzwerk Flüchtlinge. Der 9. November habe einen besonderen Platz im kollektiven Gedächtnis der Deutschen. Der 9.11.1989 sei als Höhepunkt der friedlichen Revolution in die Geschichte eingegangen. Am 9.11.1938 begannen die Truppen von SA und SS einen Pogrom gegen jüdische Geschäfte und Synagogen. Hier zeigte der totalitäre Staat seine wahre militante Fratze des Judenhasses.

Durch diese Ambivalenz des Datums haben sich die Initiatoren der ersten Kundgebung entschlossen, diesmal keine Gegenveranstaltung anzumelden, um die historische Brisanz nicht für die Auseinandersetzung zu missbrauchen. Im Netzwerk entstand deshalb die Idee, Parchim bunt werden zu lassen. „Viele Einzelpersonen und Einrichtungen haben sich mitziehen lassen und haben jeweils bestimmte Abschnitte in der eigenen Nachbarschaft mit bunten Bändern und Tüchern geschmückt“, sagt Sprecher Robert Stenzel.

Der zweite Abendspaziergang von MVgida verlief unterdessen am Montagabend in der Parchimer Weststadt mit Beteiligung diverser NPD-Funtionäre weitgehend friedlich. Die Zahl der Teilnehmer lag nach Polizeiangaben bei 420, nach Aussagen der Veranstalter bei 800. Etwa 15 bis 20 Störer aus dem linken Spektrum wurden von der Polizei daran gehindert, zu den Protestierenden vorzudringen.

Die Einsatzkräfte hinderten mit einem Platzverweis außerdem eine augenscheinlich stark alkoholisierte Frau daran, am MVgida-Spaziergang teilzunehmen. Die Frau griff daraufhin die Beamten an, leistete erheblichen Widerstand und verletzte einen Polizisten leicht. Anzeigen wurden weiterhin wegen Besitzes von Betäubungsmitteln und Zeigen des Hitlergrußes aufgenommen.

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erstellt am 10.Nov.2015 | 21:00 Uhr

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