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Parchimer Zeitung

06. Dezember 2016 | 15:00 Uhr

Marnitz : 470 Bäume für Trinkwasserwald

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

40 Helfer bei Pflanzaktion in Marnitz . Weitere Paten gesucht . Im Frühjahr sollen 6000 Laubbäume in den Boden kommen

470 Bäume sind am vergangenen Samstag beim Pflanzfest zwar in die Erde des Marnitzer Trinkwasserwalds gekommen, aber längst noch nicht allesamt bezahlt. 80 Spender rekrutierte kurzfristig Bürgermeister Hans-Jürgen Buchholz durch eine Plakataktion. 40 Patenschaften hatte der Förderverein der Parchimer Asklepios-Klinik übernommen. Es blieben also noch 350 Patenschaften offen.

„Schade, dass kein einziger Marnitzer Gewerbebetrieb sich als Sponsor betätigt hat“, bedauerte Alexander Pillath. Der Geschäftsführer des Vereins „Trinkwasserwald“ fand die noch ausstehenden Patenschaften besonders deshalb schade, „weil es sich um eine Aktion mit starkem Bezug zur Region handelt“. Ein Mischwald mit einer Größe von 1,4 Hektar sichert Trinkwasser für 1000 Menschen, weiß Pillath. Laut Geschäftsführer hat der gemeinnützige Umweltschutzverein seit seiner Gründung vor 20 Jahren mehr als 2 300 Hektar Waldfläche aufgeforstet und damit 1,8 Milliarden Liter Trinkwasser gesichert. Dieser Erfolg sei allein dadurch ermöglicht worden, dass Firmen, Institutionen, Kommunen, Schulen und vor allem viele Bürger für jeden Baum eine Patenschaft übernahmen und sich das jeweils fünf Euro kosten ließen – inklusive Pflanzfest und Anwachsgarantie. „Besser kann man sein Umweltbewusstsein kaum unter Beweis stellen.“

Wenigstens mit dem Einsatz von Pflanzhelfern zeigten sich die Organisatoren am Samstag zufrieden. Fast 40 Marnitzer waren zur 1,4 Hektar großen Fläche gegenüber der Feldfrucht-Gesellschaft gekommen. Nach fachmännischer Einweisung machten sie sich ans Werk. Die Arbeiten waren nicht einfach, denn der Untergrund erwies sich als im wahrsten Sinn des Wortes steinreich. Die jungen Pflanzen waren zu ihrem Schutz mit Drahtgittern oder biologisch abbaubaren, blauen Folien umhüllt.

Nach getaner Arbeit konnten sich alle Akteure mit leckerer Erbsensuppe aus der Marnitzer Küche von Barbara Schulz stärken. Das Mittagessen wurde umweltfreundlich in wiederverwendbaren Tellern und mit Löffeln aus Bambusholz serviert.

Die Aufforstungsfläche an der Ruhner Straße (Ecke Karl-Marx-Straße) wurde vor der Wende von der damaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) genutzt und war teilweise bebaut. Vor Jahresfrist war das Brachgelände von Michael Rost mit dem Ziel gekauft worden, darauf insgesamt rund 9000 Laubbäume zu pflanzen. Der Schweriner Förster hatte sich dazu mit dem Hamburger Verein „Trinkwasserwald“ verbündet. Nachdem das von Roterlen umsäumte Areal eingezäunt war, waren bis zum Pflanzfest bereits 2000 Laubbäume gesetzt worden, meist Esskastanien, Vogelkirsche, Bergahorn und Elsbeere. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen und nicht vom Wintereinbruch überrascht werden“, erklärte Rost. Weiterhin sollen außerdem vor allem Stieleiche, Hainbuche, Schwarznuss- und Kirschbäume zum Einsatz gelangen.

„Ich will damit auf lange Sicht und nachhaltig zur Klimaverbesserung beitragen und meinen Kindern und Enkeln etwas Bleibendes hinterlassen“, begründet Michael Rost sein Engagement. Die Neuaufforstung erhöhe die Vielfalt im Waldbestand. „Mit der Forstfläche kann außerdem in 100 Jahren sogar etwas Geld verdient werden, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.“ Bis zum nächsten Pflanzfest im Frühjahr 2017 sollen weitere 6000 Laubbäume gepflanzt werden.

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