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Lokales

01. Oktober 2016 | 06:56 Uhr

Lübz/Plau am See : Mehr „Pflegeaufklärer“ gefragt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auch Region um Plau am See braucht zusätzliche geschulte Ehrenamtliche als erste Kontakt- und Vertrauensperson für Hilfesuchende

40 ehrenamtliche Pflegelotsen sind derzeit im Landkreis Ludwigslust-Parchim tätig. Weitere Mitstreiter sind laut Pressemitteilung willkommen, um das Netz der Erstberatung enger zu knüpfen.

Die Aktiven arbeiten in den unterschiedlichsten Berufen oder befinden sich schon im Ruhestand. Und sie sind unterschiedlichsten Alters: Von 34 bis 72 Jahre. Was sie alle verbindet, ist ihr ehrenamtliches Engagement als Pflegelotsen. Bald zwei Jahre liegt der Start des von Land und Landkreis geförderten, landesweit einzigartigen Projektes schon zurück. Die ersten 33 Pflegelotsen hatten nach Schulungen zur Vorbereitung auf die Tätigkeit im Frühsommer 2015 ihre Ernennungsurkunden erhalten.

Heute sind kreisweit 40 Pflegelotsen in 39 Gemeinden aktiv, so Angelika Lübcke vom Jugendförderverein Parchim/Lübz e.V. und Julia Tölke-Beckers vom Zebef e.V. in Ludwigslust. Den beiden Koordinatorinnen des vom Landkreis in Kooperation mit den Mehrgenerationenhäusern in Lübz und Ludwigslust getragenen Projektes zufolge „ein schöner Erfolg“. Aber das Ziel, kreisweit möglichst flächendeckend vertreten zu sein, sei noch nicht erreicht. Im Herbst wird es nächste Informationsveranstaltungen für Interessenten und später nächste Schulungen geben. Besonders in den Regionen Plau und Sternberg, Hagenow und Boizenburg sind weitere Pflegelotsen gefragt.

Denn ob Beantragung einer Pflegestufe, Zusatzleistungen der Krankenkasse, Vorsorgevollmacht oder viele weitere mit der Pflege verbundene Themen: Der Informationsbedarf ist groß. Das betrifft gleichermaßen ältere Menschen, die auf Pflegeleistungen angewiesen sind, als auch Familienangehörige, die sich um Eltern oder Großeltern kümmern.

Aber wen fragen? Woher das notwendige Wissen erlangen? Genau an dieser Stelle sind Pflegelosten eine wertvolle Hilfe. Die Projektidee orientiert sich an den alltäglichen „Gesprächen über den Gartenzaun“. Viele Pflegelotsen, wie zum Beispiel eine Pastorin und eine ehemalige Gemeindeschwester, sind bereits in ihrer Gemeinde gut bekannt und werden häufig bei verschiedenen Anliegen und Fragen aufgesucht. Betroffene haben weniger Hemmungen, ein erstes Gespräch mit dem in ihrem Ort bekannten Pflegelotsen zu suchen. Diese Gespräche, sagen erfahrene Pflegelotsen, sind ein ganz wichtiger Schritt, um möglichst frühzeitig die Hilfe zu erlangen, die jedermann zustehe, und so auch als pflegebedürftiger Mensch möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können.

Pflegelotsen sind geschulte Ehrenamtliche, die zu Fragen der Pflege informieren und weitervermitteln – „Pflegeaufklärer“, wie es Koordinatorin Angelika Lübcke nennt. Denn Pflegelotsen leisten keine Beratung, Pflege und Betreuung. Vielmehr sind sie erste Kontakt- und Vertrauenspersonen für Pflegebedürftige und deren Familien vor Ort. Sie nehmen Betroffene an die Hand und „weisen den Weg“, indem sie erste Informationen zu allen Fragen der Pflege geben und bei Bedarf an einer fachlichen Beratung an zuständige Partner weitervermitteln – zum Beispiel an den Pflegestützpunkt in Ludwigslust oder Parchim mit ihrer kostenlosen, trägerneutralen und qualifizierten Pflege- und Sozialberatung. Oder auch direkt an die Pflegekasse beziehungsweise die Betreuungsbehörde.

Wer Interesse hat, als Pflegelotse ehrenamtlich tätig zu werden, kann sich direkt an Angelika Lübcke (Telefon: 038731 / 4 78 33) und Julia Tölke-Beckers (Telefon: 03874 / 57 18 15) wenden. Gleiches gilt für Menschen, die die Hilfe eines Pflegelotsen nutzen möchten.

Eine umfassende Übersicht bietet zudem das Pflegeportal auf der Internetseite des Landkreises (www. kreis-lup.de). Neben einer Fülle an Informationen zum Thema „Pflegelotsen“ einschließlich Kontaktdaten aller „Aktiven“, einer interaktiven Karte mit Pflegeangeboten und Informationen über den Helferkreis Ludwigslust-Parchim werden dort auch die Pflegestützpunkte mit ihren Angeboten detailliert vorgestellt.

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