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Ludwigsluster Tageblatt

02. Dezember 2016 | 19:03 Uhr

Grabow : Zweiter Anlauf für das Wohngebiet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neuer Investor würde auf Gelände der einstigen Goldleistenfabrik Standort für Eigenheime erschließen.

Die Idee ist schon älter als acht Jahre. Doch erst jetzt rückt das geplante Wohngebiet in der westlichen Altstadt von Grabow in greifbare Nähe. Ein neuer Investor würde das Projekt, das seit Jahren auf seine Vollendung wartet, weiterführen. Darüber informierte Bürgermeister Stefan Sternberg die Stadtvertreter auf der jüngsten Sitzung. Die Stadt hat nach Aussage des Bürgermeisters nicht nur zwischen damaligem und dem potenziellen neuen Investor vermittelt, sondern muss sich unter Umständen auch finanziell ein Stück weit einbringen.

Untersuchungen auf dem Areal hätten ergeben, dass es an einigen Stellen Belastungen durch Stoffe wie zum Beispiel Farben gibt, so Sternberg. „Da muss eine Menge Boden ausgetauscht werden, was Folgen für die Wirtschaftlichkeit des Projektes hat.“ Die Differenz bezifferte er auf 250 000 Euro. Deshalb hatte die Verwaltung vorgeschlagen, dass sich die Stadt vom Grundsatz her bereiterklärt, in den Jahren 2017 und 2018 jeweils 100 000 Euro zuzuschießen. Die Stadtvertreter stimmten einstimmig zu. Der Investor müsste dann jedoch zuvor die Wirtschaftlichkeitsermittlungen vorlegen. Mit gleichem Beschluss wurde die Verwaltung beauftragt, die entsprechenden Verhandlungen zu führen.

Der Bebauungsplan „Westliche Altstadt“ war vor rund sechs Jahren beschlossen worden. Im Jahr 2010 ließen die damaligen Investoren die meisten Gebäude der einstigen Goldleistenfabrik abreißen. Auf dem beräumten Areal zwischen Grüner Steig, Gärten und Müritz-Elde-Wasserstraßen entstanden in der Folgezeit dann zwar die geplanten altersgerechten Wohnungen, das ebenfalls vorgesehene Neubaugebiet wurde jedoch bislang nicht realisiert. Zum Bedauern der Stadt.

„Wir brauchen unbedingt Bauland“, erklärte Stefan Sternberg. „Aber die Stadt hat das Problem, dass sie von Wald umgeben ist, der nicht ohne Weiteres für ein neues Wohngebiet weggenommen werden kann.“ Grund genug für die Stadt, für die Vollendung des Vorhabens auch selbst Geld in die Hand zu nehmen. „Dafür bekommen wir dort die komplette Infrastruktur mit Straßen, Gehwegen, Beleuchtung, Kanalbau und so weiter“, betonte der Bürgermeister.

Der Investor, der jetzt Interesse zeigt, würde das Projekt allerdings leicht verändern. So soll beispielsweise der ursprünglich geplante Stichkanal von der Müritz-Elde-Wasserstraße in das Wohngebiet nicht mehr entstehen, die Grundstücke also nicht mehr direkt mit dem Boot zu erreichen sein. Stattdessen könnte das eine oder andere Baugrundstück mehr entstehen, so Stefan Sternberg. Insgesamt ist von mehr als 20 die Rede.

Auf dem Areal an der Müritz-Elde-Wasserstraße hat früher die traditionsreiche Goldleistenfabrik gestanden, die 1866 gegründet worden war. In der Fabrik wurden handveredelte Bilderrahmen und Leisten hergestellt. Nach der Wende war nur noch bis Mitte der 1990er-Jahre dort produziert worden.

 

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erstellt am 01.Okt.2016 | 07:00 Uhr

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