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Ludwigsluster Tageblatt

09. Dezember 2016 | 10:43 Uhr

DÖmitz : Wühler am Brodaer Deich im Blick

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gestrige Herbstdeichschau: Schutzanlagen an der Elbe und ihren Rückstaubereichen bei Dömitz für das Winterhochwasser bereit

Die Bauarbeiten an der B 191 in Heiddorf fallen sofort ins Auge. Entlang der Bundesstraße entsteht eine Spundwand zum Hochwasserschutz. Eine Lehre aus dem großen Hochwasser von 2013. Damals hatten die Heiddorfer und Neu-Kalisser Glück, was die Tragödie anderer war: Der Deich bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt war gebrochen, was den Druck am Unterlauf der Elbe milderte. Dennoch gab es damals das Versprechen, den Hochwasserschutz in Heiddorf und Kaliß zu verbessern. „Das haben wir eingehalten und die Einwohner von Anfang an mitgenommen, so dass sie über den Stand informiert waren“, sagt Bürgermeister und Amtsvorsteher Burkhard Thees. „Die Bauarbeiten sind zumindest so weit vorangeschritten, dass die Sicherheit vor dem Winterhochwasser gegeben ist“, bestätigt Frank Müller, Leiter der Abteilung Naturschutz, Wasser und Boden beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU). Abgeschlossen werde die Baumaßnahme mit Restarbeiten erst im Frühjahr kommenden Jahres. „Aber die Spundwand steht und der Betonholm kommt auch noch komplett“, so Müller.

Die Hochwaserschutzsituation in der Gemeinde war eines der Themen während der gestrigen Herbstdeichschau im Schaubereich Dömitz. Deichschauen der in der Zuständigkeit des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg liegenden Landesschutzdeiche an der Elbe und ihrer Rückstaubereiche finden jährlich statt, im Frühjahr und im Herbst.

Die Schaukommission nahm den Unterhaltungszustand und die Funktionssicherheit der Hochwasserschutzanlagen für die bevorstehenden möglichen Winterhochwasser in Augenschein. Überprüft wurde ebenfalls der Abarbeitungsstand der Festlegungen aus dem Protokoll der Frühjahrsdeichschauen 2016.

Die Schaukommission ist recht zahlreich besetzt – Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, des Landkreises Ludwigslust-Parchim, des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz, der Kommunen im Schaubereich, der Bundeswehr, der Wasserschutzpolizei, der Wasser- und Bodenverbände, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, der zuständigen Behörden und Verbände für den Hochwasserschutz der benachbarten Bundesländer Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg.

Frank Müller schätzte nach der gestrigen Deichschau ein, dass die Hochwasserschutzanlagen insgesamt in einem sehr guten Zustand sind. Besonders am Brodaer Deich sei jedoch Wühltätigkeit von Wildschweinen in größerem Ausmaß zu erkennen. Es sei zwar geschleppt und wieder angesät worden, aber die Grasnarbe sei nicht so, wie sie sein müsste. „Das ist nicht Besorgnis erregend. Man muss im Falle eines Hochwassers nur entscheiden, ob man die Stellen mit Folie abdeckt“, so Müller. Das sei schon einmal 2011 geschehen. Ansonsten könne man nur hoffen, dass die Schweine nicht noch weiter wühlten, wenn der restliche Mais erst einmal abgeerntet sei.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 17:54 Uhr

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